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Bürgerschaft stimmt Verkauf des Flughafens zu

Lübeck Bürgerschaft stimmt Verkauf des Flughafens zu

Der Lübecker Flughafen hat einen neuen Besitzer. Die Ratsversammlung der Stadt stimmte am Donnerstagabend mehrheitlich dafür, das 213 Hektar große Gelände an den Unternehmer Winfried Stöcker zunächst zu verpachten. 2022 kann dieser den Flughafen dann kaufen.

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Die Bürgschaft hat dem Verkauf des Flughafens zugestimmt.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Lübeck. Der Chef des Biotechnologieunternehmens Euroimmun ist der dritte Besitzer des Flughafens seit 2013. Damals hatte der Ägypter Mohamad Rady Amar den Airport von der Stadt für einen symbolischen Preis übernommen. Nach einem Jahr verschwand er spurlos, der Flughafen musste Insolvenz anmelden. 2014 kam der chinesische Unternehmer Chen Yongqiang, der dem Flughafen nach nur einem Jahr den Geldhahn zudrehte. Es folgte die zweite Insolvenz.

Die Entscheidung pro Stöcker fiel im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung der Ratsversammlung. Zuvor hatten die meisten Fraktionen Zustimmung signalisiert. Die Grünen und die links-alternative GAL-Fraktion stimmten gegen den Verkauf.

In der Bürgerschaft - wie die Ratsversammlung in der Hansestadt Lübeck heißt - stellen CDU und SPD je 16, die GAL fünf, die Grünen vier, die FDP, die Partei-Piraten und die Wählerinitiative BfL je zwei und die Linkspartei einen Abgeordneten.

Mit der Entscheidung endet eine neun Monate dauernde Hängepartie, während der Insolvenzverwalter Klaus Pannen nach einem Käufer für den Flughafen Lübeck-Blankensee gesucht hatte. Der hatte im September 2015 Insolvenz angemeldet. Von einer ganzen Reihe potenzieller Investoren blieben zum Schluss drei ernsthafte Interessenten übrig. Stöcker erhielt den Zuschlag. Mitte Juni wurden die notariellen Kaufverträge unterzeichnet. Da der Stadt ein Großteil der Flughafenflächen gehört, musste die Bürgerschaft der Verpachtung und einem späteren Verkauf an Stöcker zustimmen.

In dem Vertrag verpflichtet sich Stöcker nach dpa-Informationen, den Flughafen bis mindestens 2028 zu betreiben und den vom Land bereits genehmigten, jedoch von Nachbargemeinden beklagten Ausbau des Flughafens voranzutreiben. Dazu muss das zurzeit ruhende Verfahren um den Planfeststellungsbeschluss vor dem Oberverwaltungsgericht wieder aufgenommen werden. Zunächst will Stöcker Blankensee als Flughafen für Geschäftsflieger betreiben, auf längere Sicht aber auch wieder Linien- und Charterverkehr etablieren.

Von der Deutschen Presse-Agentur

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