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Chinesen kaufen Wohnungen in Kiel und Rendsburg

Staatsfonds CIC Chinesen kaufen Wohnungen in Kiel und Rendsburg

Der chinesische Staatsfonds CIC ist nach Medienberichten auf Einkaufstour in Deutschland. Demnach hat der Investor eines von der US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegten Fonds 16000 Wohnungen von der australischen BGP Holdings gekauft - darunter auch einige in Kiel und Rendsburg.

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Der Staatsfonds CIC hat Wohnungen in Kiel und Rendsburg gekauft.

Quelle: Ralf Hirschberger/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Zum Paket gehören auch 1600 Wohnungen in Kiel und 1400 in Rendsburg. Der bisherige Eigentümer der Wohnungen, die BGP Holdings, bestätigte zwar den Verkauf, teilte in einer Pressemitteilung jedoch nicht den Käufer mit. Doch gleich mehrere Fachmagazine meldeten am Wochenende, dass Chinesen über den Fonds versuchen, auf dem deutschen Wohnungsmarkt Fuß zu fassen.

Der Verkauf kommt nicht überraschend: Das Unternehmen, das ursprünglich den australischen Investoren Babcok & Brown und GPT gehörte, hat in Europa Immobilien gekauft, in 250 Zweckgesellschaften verpackt und überwiegend mit Schulden finanziert. Es suchte seit Längerem Wege, sich von den 16000 Wohnungen zu trennen, sei es durch einen Direktverkauf oder eine Börsenplatzierung. Im August 2015 platzten die Verkaufsgespräche mit der Wiener Conwert Immobilien Invest. Der Verwaltungsrat habe entschieden, dass die Übernahme „derzeit strategisch nicht im besten Interesse von Conwert und ihren Aktionären ist“, begründeten die Österreicher den Abbruch der Verhandlungen.

BGP-Vorsitzender Rod McGeoch ließ mitteilen, dass er den jetzigen Verkauf als „beste Ausfahrt“ sieht: Abzüglich der Schulden sollen die 58000 Privatanleger der BGP so einen Aktienwert von 588 Millionen Euro erzielen. Das Portfolio hat einen Wert von fast 1,2 Milliarden Euro. Die Wohnungen liegen außer in Kiel und Rendsburg in Berlin (43 Prozent des Immobilienvermögens) und Köln. In Kiel machte BGP Asset Management (AM) als integrierter Dienstleister der Holding erst vor wenigen Monaten von sich reden, als er in einer alten sanierten Villa in Neumühlen-Dietrichsdorf das Konzept „Campusglück“ umsetzte.

Nur wenige Meter von der Fachhochschule entfernt, können sich 19 Studierende dort einmieten. Lange Zeit wohnten dort Spieler der Baltic Hurricanes. CIC stach den Berichten zufolge unter anderem große börsennotierte Wohnungsgesellschaften wie Vonovia und Deutsche Wohnen aus, die sich ebenfalls für den Bestand interessiert hatten. „Das ist der erste große Deal von Chinesen im deutschen Wohnimmobilienmarkt“, wird Ulf van Lengerich, Analyst der Wertpapierhandelsbank Solventis, von „Spiegel online“ zitiert.

Seiner Einschätzung nach dürften künftig immer mehr chinesische Investoren auf dem Immobilienmarkt auftreten und an die Stelle von angelsächsischen Investoren rücken, denen die derzeitigen Renditen von unter fünf Prozent nicht mehr hoch genug seien. Erst vor wenigen Wochen hatte die Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesische Hausgerätehersteller Midea für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt war der Spezialmaschinenbauer Aixtron von Fujian Grand Chip Investment übernommen worden.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kiel/Rendsburg
Foto: Auch um diese Wohnungen geht es: Blick auf die Woermannstraße im Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf.

Die Übernahme eines großen Wohnungspakets in Kiel und Rendsburg durch den chinesischen Staatsfonds CIC nährt erhebliche Sorgen vor Heuschrecken und handfesten Nachteilen für betroffene Mieter. Der Mieterverein rät Betroffenen, keinen neuen Mietvertrag zu unterzeichnen.

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