18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Coop will mit Eigenmarken wachsen

Kiel Coop will mit Eigenmarken wachsen

Die Kieler Lebensmittelkette Coop ist auf Modernisierungskurs. Dabei will die Genossenschaft wieder über die Landesgrenzen hinaus expandieren. Eine neue Eigenmarke soll die Supermärkte aus dem Tief holen.

Voriger Artikel
Verdi weitet Poststreik aus
Nächster Artikel
Russen und Europäer bauen zwei neue Stränge für Nord Stream

Die Kieler Lebensmittelkette Coop eG will in den kommenden Jahren ihren Schwerpunkt nach Berlin verlagern.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Kiel. Die Coop eG (Kiel) betreibt Supermärkte und Warenhäuser sowie Bau- und Gartencenter unter den Namen Sky und Plaza. Der traditionsreiche Name Coop, die Konsumgenossenschaft besteht seit 116 Jahren, taucht nach außen so gut wie gar nicht mehr auf. Das hat sich nun seit einigen Monaten geändert: Unter dem Namen „Coop Feine Lebensmittel“ hat das Unternehmen nun eine weitere Eigenmarke aufgebaut. „Und wir können uns durchaus vorstellen, dass wir irgendwann auch bei unseren Märkten einmal wieder zu diesem Namen zurückkehren“, sagte Vorstand Thorsten Tygges gestern.

Doch zunächst arbeitet Coop weiter mit Hochdruck daran, ihr Programm an Eigenmarken aus- und umzubauen. „Wir haben da im Vergleich zu unseren Wettbewerbern einen klaren Rückstand, stellte Vorstand Rüdiger Kasch fest. Während Konkurrenten wie Rewe oder Edeka deutlich über 20 Prozent ihres Umsatzes mit diesen Produkten erwirtschaften, sind es bei Sky und Plaza bislang nur zehn Prozent. Mit „Coop Feine Lebensmittel“ werden Lebensmittel in „herausragender Qualität“ angeboten – und das rund 20 Prozent unter dem vergleichbaren Markenprodukt. Das Sortiment wurde in Zusammenarbeit mit überwiegend mittelständischen Herstellern zum großen Teil selbst entwickelt. Rund 100 Produkte sind schon den Regalen, insgesamt sollen es 500 bis 600 werden. „Wir tragen damit dem Trend Rechnung, dass die Kunden bereit sind mehr für Lebensmittel zu zahlen, wenn die Qualität stimmt“, so Tygges. Der ersten Erfahrungen stimmen ihn und seinen Kollegen optimistisch. Es sei gelungen über die neue Marke zusätzliche Umsätze zu erzielen.

Gleichzeitig setzt die Coop auch die Umstellung ihrer zweiten Eigenmarke weiter fort: „Unser Norden“ wird seit dem vergangenen Jahr auf reine regionale Produkte umgestellt; ein Prozess der in diesem Jahr abgeschlossen sein soll. Verbraucherorganisationen hatten kritisiert, dass „Unser-Norden“-Produkte zwar von Unternehmen aus Norddeutschland bezogen würden, aber zum Teil nicht aus Norddeutschland stammten – wie Kaffee, Orangensaft oder Gewürze. Künftig soll auch Fleisch unter der Marke „Unser Norden“ verkauft werden. Bisher setzte die Coop hier auf das Label „Landklasse“. Mit „Unser Norden“ setzt man auf Regionalität; aber ausgebaut werden soll auch die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten, solche, die aus dem direkten Umfeld der Kunden kommen und dann nur jeweils drei bis fünf Märkte in der Nachbarschaft beliefern.

Unter anderem mit diesen Maßnahmen will die Genossenschaft Umsatz und vor allem Erträge wieder steigern. Im laufenden Jahr werden zudem acht neue Märkte eröffnet. Und Tygges und Kasch denken auch an Übernahmen. Die Coop habe starkes Interesse an Standorten im Berliner Raum, die eventuell im Zuge der Tengelmann-Kaiser’s-Übernahme durch Edeka verkauft werden müssen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3