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Start-up entwickelt sichere Cloud

Crowdfunding-Kampagne Start-up entwickelt sichere Cloud

ICloud, GoogleDrive oder Dropbox: Das Speichern von Daten in einer Cloud ist für Nutzer nicht erst seit der NSA-Affäre mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Aus diesem Grund hat das Kieler Start-up Flowy Apps eine sichere Alternative entwickelt. Seit Dienstag sucht das Unternehmen Unterstützer über eine Crowdfunding-Kampagne im Netz.

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Annika Schulz und Torben Haase von Flowy-Apps aus Kiel.

Quelle: Flowy Apps

Kiel. Die Nutzung einer Cloud, also das Speichern von Daten auf einem externen Server, bietet viele Vorteile, birgt aber auch Risiken. Insbesondere Firmen vertrauen den herkömmlichen Anbietern im Netz nur selten, da diese im Zweifelsfall Daten an Dritte weitergeben oder ganze Profile über ihre Nutzer erstellen können. 

Das Kieler Start-up Flowy Apps hat deshalb mit der Entwicklung der Speicherhardware REDS.box eine private und verschlüsselte Cloud für den eigenen Haushalt entwickelt. Am Dienstag startete das Unternehmen für dieses Projekt eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter.

Die erste Serie kommt im Frühjahr

Ziel ist es mit dem gespendeten Geld eine erste Kleinserie der sogenannten REDS.box zu produzieren, die den Endnutzern ermöglichen soll, den Speicherort ihrer Daten frei wählen zu können. Die eigens dafür entwickelte Open-Source-Verschlüsselungstechnologie REDS ermöglicht es, die Daten von der eigentlichen Anwendung zu trennen. Durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung behält der Nutzer schließlich die Kontrolle über seine Daten.

Foto: Mit 32 GB Speicherkapazität kann die REDS.box eine Alternative zur Dropbox (2 GB) oder Google Drive (15 GB) sein.

Bereits am zweiten Tag der Spenden-Kampagne konnten sich die jungen Gründer über 32 Unterstützer und fast 4 000 Euro freuen. In den kommenden 28 Tagen, in denen der Aufruf weiterläuft, hofft das Start-up insgesamt auf eine Summe von 50 000 Euro.

Die Cloud als demokratisches Medium?

Die Motivation für die Gründer-Geschwister war klar. "Jeder soll seine Daten schützen können, ohne auf die Vorteile der Cloud verzichten zu müssen – auch ohne Know-how und große finanzielle Ausgaben. Nur so wird die Cloud zu einem demokratischen Medium für alle“, erklärt Torben Haase (35), der Flowy Apps gemeinsam mit seiner Schwester Annika Schulz (29) 2014 gegründet hat.

Der Vorteil zu den bisher etablierten Speichermöglichkeiten liegt aber nicht nur im Schutz der Daten. Im Vergleich zu den etablierten Systemen sollen die technische Installation und Konfiguration auch ohne Fachwissen sehr einfach sein. Da Freischaltungen von Ports und die Erstellung von Nutzerkonton bei dem System von Flowy-Apps wegfallen, sei die Usability für die Nutzer besonders hoch, sagt Haase. 

Der Nutzer benötigt nur einen REDS-kompatiblen Speicher, auf dem die freie REDS-Speichersoftware installiert ist. Grundsätzlich kann dafür jeder im Internet erreichbare Festplattenspeicher verwendet werden.

Warum eine private Cloud?

In der herkömmlichen Cloud sind die Nutzer einer Anwendung grundsätzlich dazu gezwungen, ihre Daten auf den Servern des jeweiligen Anbieters zu speichern. Der Nutzer muss diesem also zwangsläufig vertrauen. Bisher sind die meisten Anwender an die herkömmliche Cloud gebunden, weil ein Verzicht zu viele Nachteile mit sich brächte und es an wirklichen Alternativen fehlt.

Grafik: Flowy Apps

Die von den Kielern entwickelte REDS-Technologie will genau hier ansetzen und für die sichere Verbindung zwischen Nutzer, Anbieter und Speicherort sorgen. Ein Basismodell der REDS.box soll ab dem Frühjahr für 139 Euro pro Gerät erhältich sein. Die einzelnen Bestandteile werden im Büro von Flowy Apps von Hand montiert. Die Vision der Gründer ist es, eine offene Technologie zu etablieren, die App-Anbietern einen fairen Wettbewerb und den Nutzern den Schutz ihrer Daten ermöglicht.

Grafik: Flowy-Apps

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