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Das größte Ziel: Mehr Jobs schaffen

Transfair Das größte Ziel: Mehr Jobs schaffen

Die IT-Branche gehört zu den wachstumsstärksten Branchen Kiels. Vater, Consist, Dierck oder FAT – das sind einige der namhaften Vertreter und unternehmerischen Schwergewichte der Software-Welt im Norden. Gemausert hat sich aber auch Transfair aus Kiel.

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Thorsten Büll im Serverraum von Trainfair

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Beim Namen Transfair hingegen denkt mancher vielleicht zunächst an fair gehandelten Kaffee – nicht an ein Unternehmen, das sich in den zehn Jahren seines Bestehens kräftig gemausert hat: vom reinen Softwarelieferanten für Pflege- und Sozialeinrichtungen zum Systemhaus mit eigenem Rechenzentrum, 60 Kunden – darunter alleine 15 Betreiber von Alten- und Pflegezentren – und inzwischen 16 Mitarbeitern. Dass von denen ein großer Teil behindert ist, das ist für Geschäftsführer Thorsten Büll (43) ein wichtiger Punkt – allerdings nicht der entscheidende: „Wir sind ein normales Wirtschaftsunternehmen, das im Wettbewerb steht und Geld verdienen will. Und wir sind auch Integrationsbetrieb.“ Als solcher hat die Transfair GmbH, mehrheitlich im Besitz der Stiftung Drachensee, allerdings ein besonderes Ziel, was die Gewinnverwendung angeht. „Wir wollen kontinuierlich neue Arbeitsplätze schaffen, und zwar für Menschen mit und ohne Behinderung.“

 Rückblende: Im April 2003 war der gelernte Radio- und Fernsehtechniker Büll als Systemadministrator bei der Stiftung Drachensee eingestiegen. Zwei Jahre später entstand die Idee, die immer aufwendiger werdenden IT-Aufgaben innerhalb der FLEK-Gruppe mit ihren landesweit vier betreuenden Werkstätten in einen Integrationsbetrieb mit zwei operativen Einheiten zu überführen: einen industriellen Kabelfertiger, die Kabeltechnik Kiel gGmbH, und die ebenfalls gemeinnützige Gesellschaft Transfair als Datenzentrum für die Sozialwirtschaft. „Anfangs gab es schon Bedenken, in diesen schnelllebigen und innovativen Bereichen Integrationsbetriebe zu gründen“, sagt Büll. Doch das Konzept funktionierte hervorragend. 2006 ging Transfair mit vier Mitarbeitern an den Start, aus den heute 16 sollen in fünf Jahren bis zu 40 werden. Meilensteine auf dem Wachstumspfad waren 2010 die Überführung der Transfair in eine „normale“, also nicht mehr gemeinnützige GmbH, die Beteiligung der Oldenburger Micos-Gruppe am Kieler Unternehmen sowie der Umzug aus dem „Haus Schönow“ der Stiftung Drachensee in den „KiWi-Tower“ im Stadtteil Wik. Hier richtete das Unternehmen ein Rechenzentrum ein, das heute rund 140 Serversysteme betreut. Die meisten Kunden kommen zwar auch heute noch aus dem Sozialbereich, doch mit dieser Nische will sich Büll nicht zufrieden geben: „Wir bieten alles, was kleine und mittelständische Unternehmen an IT-Dienstleistungen brauchen – vom sicheren Mail-Account über Cloud-Lösung und Datensicherung bis zur Betreuung sämtlicher IT-Anwendungen.“ Redundante Systeme bis zum eigenen Notstromdiesel sorgen dafür, dass technische Probleme behoben sind, bevor die Kunden davon überhaupt etwas mitbekommen.

 Leichte Sorgenfalten bekommt Büll allerdings, wenn er an den Platz denkt, den das geplante Wachstum benötigt, denn viel Luft gibt es im KiWi-Tower derzeit nicht. Und so will Transfair bis Mitte 2017 die Perspektiven für einen neuen Standort ausloten. Das kann Kiel sein, aber auch ein Neubau auf der grünen Wiese. Vielleicht jedoch, so Bülls leise Hoffnung, ergibt sich kurzfristig doch noch eine Expansionsmöglichkeit im KiWi-Tower. Das aber ginge nur, wenn ein anderer Betrieb auszieht. Was wiederum bedauerlich wäre, denn mit einigen Nachbarn, dem Provider Ennit etwa, verbindet Transfair inzwischen eine sehr fruchtbare Partnerschaft.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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