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Mehr Geschäfte mit China

Schleswig-Holstein Mehr Geschäfte mit China

Internet-Gigant und Windrad-Produzent: Spannende Besuchsziele hat der Kieler Wirtschaftsminister in China. Meyer will mit einer großen Delegation neue Partnerschaften und Investitionen anbahnen. Es geht nicht nur um Kontaktpflege, sondern auch um konkrete Abschlüsse.

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Arbeiter in der Produktionshalle des chinesischen Windkraftanlagenherstellers Windey Wind im chinesischen Hangzhou. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister besucht bis zum 25.4.2015 mit einer Wirtschaftsdelegation China.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Mit einem Umsatzvolumen von 3,4 Milliarden Euro ist China bereits jetzt nach Dänemark der zweitgrößte Handelspartner Schleswig-Holsteins. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sieht da noch weitere Luft nach oben: «Mit etwas Glück können wir schon jetzt das eine oder andere sehr konkrete Projekt anbahnen», sagte er vor einer mehrtägigen China-Reise. Am Montag wird Meyer an der Spitze einer Delegation mit gut 40 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in die Partnerregion Zhejiang und nach Shanghai reisen.

Zu den spannendsten Gesprächspartnern Meyers dürften Spitzenvertreter des weltweit größten Internet-Versandhandels Alibaba werden, dessen Chef Jack Ma im Herbst den größten Börsengang aller Zeiten gemacht hatte. Der Kieler Minister könnte die Manager auf mögliches Investitionsinteresse in Schleswig-Holstein ansprechen. Ob Alibaba dazu konkrete Signale senden wird, gilt unter Branchenkennern als völlig offen. In den letzten Jahren war der Norden schon wiederholt als möglicher Standort für Größen des Internet-Handels im Gespräch.

Schon konkreter soll es am Freitag in Shanghai werden: Dann besucht die Delegation zunächst eine Tochter der Büdelsdorfer Ahlmann-Gruppe, die ACO Drainage Technology, und dann die Puren-Gruppe, die den Lübecker Flughafen gekauft hat. Puren hat für das Lauenburgische kräftige Investitionen in Aussicht gestellt. Dazu sollen schon während der bevorstehenden Reise Verträge unterzeichnet werden.

In Hangzhou erlebt Meyer bei der Firma Zhejiang Windey eine Premiere: Dort wird die erste Gondel für eine 5-MW-Windkraftanlage gefertigt, die von der Rendsburger Firma Aerodyn aus Rendsburg entwickelt wurde. Nun starten die Chinesen die Produktion.

«Ich erhoffe mir von der Reise neben der Vertiefung bestehender Geschäftsbeziehungen vor allem neue Kooperationen zwischen Unternehmen in Schleswig-Holstein und China», sagte Meyer. «Ich setze auch auf weitere Joint Ventures und einen noch engeren Schulterschluss bei der Zusammenarbeit der Hochschulen.» Auch wenn die Handelszahlen trotz der zurückliegenden Finanzkrise seit Jahren steigende Tendenz aufweisen, gebe es noch Ausbaumöglichkeiten.

Während der sechstägigen China-Reise wird auch die neunte Sitzung der Schleswig-Holstein/Zhejiang-Förderkommission stattfinden. Das Gremium berät alle zwei Jahre über die Zusammenarbeit und verabredet gemeinsame Projekte. «Kaum eine Partnerschaft ist dermaßen durch wirtschaftliche Impulse und Kontinuität geprägt wie unsere mittlerweile seit 30 Jahren bestehende Partnerschaft mit China – und hier insbesondere mit der Partner-Provinz Zhejiang», sagte Meyer.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa