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Deutsche Bank dünnt aus

Außenstellen auf dem Prüfstand Deutsche Bank dünnt aus

Die Deutsche Bank hat sich einen harten Sparkurs verordnet, um wieder profitabler zu werden: Bis zu 200 der insgesamt 750 Filialen will das Geldhaus bis 2017 schließen, sagte der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, am Montag vor Journalisten in Frankfurt: „Wir werde nicht mehr versuchen, alles für jeden zu sein.“

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Weniger Filialen, mehr digitale Angebote: Die Deutsche Bank hat sich einen Strategiewechsel verordnet, um auch im Privatkundenbereich Kosten zu sparen.

Quelle: dpa

Kiel/Frankfurt/M. Dennoch halte der Dax-Konzern am Modell einer Universalbank mit Angeboten für Privatkunden, Unternehmen und Finanzprofis fest: „Wir wollen durchaus eine – zumindest in Europa – einzigartige Bank sein.“ Allerdings bedeutet der Strategiewechsel auch: Die Bank sucht vor allem das Geschäft mit Kunden, die viel Geld mitbringen und möglichst umfassend beraten werden wollen.

 Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Deutsche-Bank-Sprecher Markus Weik, zuständig für die Region Schleswig-Holstein und Hamburg, die Schließungsabsichten. „Finale Pläne, welche Filialen es treffen wird, werden noch ausgearbeitet. Weitere Einzelheiten wird die Bank zu gegebener Zeit veröffentlichen.“ Ende 2014 verfügte die Deutsche Bank im Norden über 49 Filialen, 2013 waren es noch 52. Insgesamt 778 Mitarbeiter betreuen die Privat- und Geschäftskunden in Schleswig-Holstein.

 Bis 2020 – zum 150-jährigen Jubiläum – sollen jährlich 3,5 Milliarden Euro eingespart werden. Wie viele Stellen durch die Schrumpf- und Sparmaßnahmen wegfallen, ließ die Bank gestern offen: Noch seien „keine Entscheidungen zu Personalmaßnahmen“ getroffen, sagte Fitchen. Auf Spareffekte hoffen Fitchen und Co-Chef Anshu Jain auch durch Effizienzsteigerungen im Investmentbanking und der Trennung von der Postbank-Mehrheit. Zunächst will die Deutsche Bank, die 96,8 Prozent der Anteile hält, die verbliebenen Kleinaktionäre hinausdrängen („Squeeze-Out“). Bis Ende 2016 soll die Postbank dann wieder an die Börse gebracht werden mit dem Ziel, den Deutsche-Bank-Anteil mindestens unter 50 Prozent zu senken. Perspektivisch strebt das Management einen kompletten Ausstieg aus der Postbank an.

 Auf der anderen Seite will die Deutsche Bank schlagkräftiger werden, indem sie in den nächsten drei bis fünf Jahren bis zu eine Milliarde Euro in den Ausbau digitaler Angebote steckt. Zudem will der Konzern die Vermögensverwaltung für reiche Kunden und das Transaktionsmanagement für große Firmen ausbauen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Deutsche Bank bis 2020 besser kapitalisiert und weniger verschuldet sein wird“, erklärten Fitschen und Co-Chef Anshu Jain. Analysten überzeugt der neue Weg nicht: Die Aktie rauschte gestern ans Dax-Ende.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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