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TKMS empfiehlt sich als Korvetten-Bauer

Deutsche Marine TKMS empfiehlt sich als Korvetten-Bauer

Die Deutsche Marine könnte relativ kurzfristig fünf neue Korvetten bekommen. So legt es zumindest ein Vorstoß von Abgeordneten des Bundestages nahe. „Wir begrüßen dieses Vorhaben. Es darf jedoch nicht zu Lasten anderer Projekte gehen“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

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Die Korvette „Braunschweig“ auf See: Fünf Nachbauten der Klasse K130 sollen ab 2019 die Lücken füllen, die gerade durch stillgelegte Fregatten entstehen.

Quelle: Frank Behling

Berlin. Zuvor hatte auch die Marine bereits mehrfach auf Engpässe hingewiesen.

Die führten dazu, dass die niederländische Marine in der Ägäis seit September eine Fregatte als Flaggschiff für den deutschen Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach stellt. Ähnlich sieht die Lage vor Somalia aus: Im Rahmen der EU-Operation löste im August eine niederländische Fregatte die deutsche Fregatte „Bayern“ ab. Seitdem ist kein deutsches Kriegsschiff an der Somalia-Mission beteiligt, und auch für 2017 hat die Marine noch kein Schiff dafür.

 Der Engpässe zeichneten sich ab. 15 Fregatten hatte die Marine bis 2013. Im kommenden Jahr wird Vizeadmiral Andreas Krause als Inspekteur der Marine gerade noch zehn operativ zur Verfügung haben. Abzüglich Werft- und Ausbildungszeiten bleiben nur drei Fregatten für Einsätze. Diese Lücke müssen bereits heute die fünf Korvetten der Klasse K130 vom 1. Korvettengeschwader aus Warnemünde übernehmen. Diese Schiffe waren 2004 bis 2013 von der Arbeitsgemeinschaft K130 der Werften TKMS (Kiel) und Lürssen (Bremen) gebaut worden. Die Indienststellung verzögerte sich damals aufgrund zahlreicher Nachbesserungen. Getriebe, Software, Schadstoffbelastungen und Probleme mit den Flugkörpern waren die Gründe. Inzwischen haben sich die Korvetten „Magdeburg“, „Erfurt“ und „Braunschweig“ bei Einsätzen vor dem Libanon und Ostafrika bewährt. Die Korvette „Ludwigshafen“ fährt gerade als Fregatten-Ersatz im Nato-Einsatzverband 1 im Atlantik.

 Vizeadmiral Krause begrüßte deshalb die parlamentarische Initiative für weitere Korvetten. Sie entspreche „dem Bedarf vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Entwicklungen und den damit im Zusammenhang stehenden Einsatzanforderungen an die Deutsche Marine“, sagte er. In Berlin wird damit gerechnet, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Rüstungsvorhaben am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Bundestages vorstellen wird. Die erste Korvette soll ab Ende 2019 in Fahrt kommen. Mit sogenannten „Verpflichtungsermächtigungen“ könnte das Vorhaben im Haushalt verankert werden. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn begrüßte grundsätzlich die Anschaffung weiterer Korvetten. Zugleich mahnte sie, mit der Industrie „wasserdichte Verträge“ abzuschließen. Die technischen Probleme mit den Korvetten dürften sich keinesfalls wiederholen. Die Marine hatte 1995 den Ersatz der 20 Schnellboote durch 15 Korvetten geplant. 2001 erfolgte die Bestellung der ersten fünf Korvetten. 2003 fiel das Vorhaben dann aber dem Rotstift zum Opfer – es blieb bei fünf Korvetten.

 Bei der Industrie sieht man die Nachrichten positiv. „Sollte es ein neues Beschaffungsvorhaben seitens der Deutschen Marine geben, stehen wir natürlich jederzeit als Partner zur Verfügung. Die Korvettenklasse K130, an der Thyssenkrupp Marine Systems als führendes Unternehmen der Arbeitsgemeinschaft K130 wesentlichen Anteil hat, ist eine im Einsatz bewährte Klasse, die zentrale Anforderungen der Deutschen Marine abdeckt“, erklärte ein Sprecher der Kieler Werft TKMS. In Kiel sollen in Zusammenarbeit von TKMS und der German Naval Yards 2017 bis 2019 vier Korvetten für Israel gebaut werden.

 Von Frank Behling und Reinhard Zweigler

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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