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Die Beton-Mischer von der A7

Fahrbahnbeton Die Beton-Mischer von der A7

Alles im Plan: Die ersten 29,5 Beton-Fahrbahnkilometer der vom Baukonsortium Via Solutions Nord gefertigten A7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg sind fertig, im September nimmt dann der Betonfertiger auf der Richtungsfahrbahn Nord seine Arbeit auf.

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Vor dem Mischwerk: Ingenieur Jens Haberkorn trägt als Oberbauleiter der Firma Kemna Bau die Verantwortung dafür, dass die Qualität des Fahrbahnbetons stimmt.

Quelle: Ulf Dahl

Nützen. „Jetzt hängt es vom Wetter und der Logistik ab, wie zügig wir vorankommen“, sagt Christian Merl. Der Sprecher der Projektgesellschaft weiß, wie wichtig gerade die Logistik bei einem solchen Großprojekt ist, das bis spätestens zum 28. Dezember 2018 abgeschlossen sein muss. Weil der Beton für die insgesamt 65 Kilometer lange Fahrbahn möglichst kurze Transportstrecken zurücklegen darf, um nicht vorzeitig auszuhärten, verfügt Via Solutions gleich über zwei Mischwerke bei Brokenlande und Nützen. „In maximal einer Stunde muss der hier gemischte Beton in den Auffangbehältern der Betonfertiger sein, die dann die Fahrbahn aufbauen“, sagt Jens Haberkorn.

 Der 43-jährige Ingenieur trägt als Oberbauleiter der ausführenden Firma Kemna Bau (Pinneberg) die Verantwortung dafür, dass die Qualität des verwendeten Fahrbahnbetons stimmt. Bis zu 40 Jahre lang soll die Fahrbahn ohne große Nacharbeiten halten. „Wir wollen zusätzliche Kosten vermeiden und deshalb den grauseligen Betonkrebs verhindern, der die Fahrbahn zerstört“, ergänzt Merl. Als Betonkrebs wird eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR) bezeichnet, die dann entsteht, wenn sich bestimmte Kiessorten bei Feuchtigkeit mit dem beim Straßenbau verwendeten Bindemittel Zement nicht vertragen. Die Folge: Der Beton bricht von innen auf.

 Vor etwa sechs Jahren sei man im Straßenbau deshalb dazu übergegangen, die verschiedenen Kiessorten, die als sogenannte Zuschlagstoffe mit Sand, Zement und Wasser zu Beton werden, genauestens auf ihre chemischen Reaktionen hin zu überprüfen. Nach einer sechsmonatigen Laboruntersuchung stand fest: Split aus Steinbrüchen in Ebersbach (Sachsen) ist optimal geeignet. Das „Rezept“ für einen Kubikmeter Betonautobahn, die aus einem grobkörnigeren Unterbau und einem Oberbau besteht, geht so: Man nehme 120 Liter Wasser, etwa 380 Kilogramm Zement, 1,8 Tonnen Zuschlagstoffe sowie chemische Zusatzstoffe wie Luftporenbildner.

 „Die Bestandteile werden je nach Verwendung computergesteuert in den beiden Mischwerken zu Beton verarbeitet und dann zur Baustelle gefahren“, sagt Haberkorn. Ob die Qualität dann auch wirklich mit den Anforderungen zusammenpasst, werde zudem laufend kontrolliert. „Diese Arbeit ist sehr herausfordernd“, sagt Haberkorn und ergänzt: „Da wird so viel Adrenalin bei mir freigesetzt, das ein Streichholz reichen würde, um zu explodieren.“ So weit sei es aber noch nicht gekommen, sagt der 43-Jährige: „Bislang läuft es bis auf kleinere Probleme auf der Baustelle rund.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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