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Daniel Düsentrieb hätte seine Freude

E-Board Daniel Düsentrieb hätte seine Freude

Wem Stand- up-Paddling oder Windsurfen irgendwann zu langsam ist, kommt auf der Suche nach Alternativen an Lampuga nicht vorbei. Das neue Wassersportgerät des Startup-Unternehmens Sashay stößt auf enormes Interesse. Ein Elektromotor samt Jetantrieb beschleunigt den Lampuga auf mehr als Tempo 50.

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Schnell und leicht zu manövrieren: Bei Testfahrten auf der Elbe zeigte sich, dass die 22-PS-Variante des „Lampuga Boost” fast Tempo 60 erreicht.

Quelle: Sashay

Norderstedt. Diese Idee könnte von Daniel Düsentrieb stammen, jenem genial-schrägen Erfinder aus der Comicwelt. Denn um ein federleichtes Surfbrett mit einem 15 PS starken Jet-Antrieb auszustatten, muss ein Erfinder schon ein bisschen verrückt sein. In diesem Fall spielt der Wasser-Düsenantrieb tatsächlich die Hauptrolle. Denn der ersetzt das Segel des Surfbretts und das Paddel beim Standup-Paddling.

„Angefangen hat alles mit dem Modellbau“, erzählt Geschäftsführer Benjamin Köhnsen von einer Zeit, als er noch Unternehmensberater war und schließlich das Hobby zum Startup machte. Den ersten Prototyp mit dem Motor im Surfbrett stattete er vor acht Jahren mit Modellbauteilen aus. Das sei zwar witzig gewesen, führte aber nicht zum Erfolg: „Nach spätestens 20 Metern auf dem Wasser bin ich regelmäßig abgesoffen“, berichtet der 37-Jährige.

Mit Jetantrieb und Akku

Seine Idee: ein leichtes Board möglichst schnell machen – dank der Power eines Jetantriebs in Kombination mit einem leistungsfähigen Elektromotor samt Akku. Damit wollte Köhnsen ein rasantes Wassersportvergnügen auch auf Binnenseen ermöglichen, wo beim Windsurfen oder gar Wellenreiten meist wenig Freude aufkommt. Das Surfboard sollte möglichst umweltschonend und geräuscharm sowie einfach zu fahren und zu transportieren sein.

„Wasser und Elektronik vertragen sich nicht besonders gut – diese Erfahrung mussten wir am Anfang machen. Aber die Rückschläge haben uns ständig auf neue Ideen gebracht“, erzählt der Gründer, der den Schiffbauingenieur Olaf Jacobsen und den Zahlenmensch Marc Hammerla mit aufs Elektro-Brett holte. „Wir haben das Jet-Board langsam, aber stetig weiter perfektioniert und 2011 schließlich Sashay in Hamburg gegründet.“ Auf den Markt brachten sie den „Lampuga Boost“ 2014: Anfangs arbeiteten sechs Leute in der Sashay-Produktionshalle in Norderstedt, nur eine Handvoll Bretter verließen pro Monat die Endkontrolle.

Das änderte sich schlagartig 2015. „Als wir den Lampuga auf der Leitmesse Boot in Düsseldorf erstmals dem internationalen Publikum vorstellten, wurden wir von einer überwältigenden Resonanz überrascht: Die Nachfrage unter anderem von Jachteignern an der Côte d’Azur oder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten überstieg alle Erwartungen“, sagt Köhnsen. Inzwischen können die 26 Spezialisten im Unternehmen die Masse an Aufträgen kaum abarbeiten. „Über 250 E-Boards haben wir schon weltweit ausgeliefert, für 2016 rechnen wir mit einem Umsatz von vier Millionen Euro – damit schreiben wir bereits schwarze Zahlen“, berichtet Köhnsen. Für die Entwicklung hatte er viele Mitstreiter über Crowdfunding gewonnen – so kamen 2,2 Millionen Euro zusammen.

Zwei Modelle schon im Angebot

Entstanden sind extrem professionelle Produkte, bei denen die Gründer nichts dem Zufall überlassen: „Den Body aus stabilem und leichten Carbon backen wir bei uns in Norderstedt. Auch den Elektromotor in der Größe einer Orange haben wir selbst entwickelt.“ Klar, dass die Innovationen längst patentiert sind. Im Herzen des E-Boards sitzt die mehrfach gegen Wassereintritt geschützte, computergesteuerte Powerbox, die den gefahrlosen und unkomplizierten Genuss von Lampuga erst möglich macht: Es gibt nur zwei Knöpfe und eine Temporegelung, die der Fahrer mit der Hand steuert.

Bereits zwei Modelle bietet Sashay an: Neben dem „Lampuga Boost“ aus Carbon (mit 15 und 22 PS, ab 15400 Euro) auch eine leicht transportable Variante namens „Lampuga Air“ für 11780 Euro: Der Rumpf des Boards lässt sich aufblasen, die Powerbox einfach einklinken. „So können gleich drei Boards im Kofferraum eines Kleinwagens verstaut werden. Außerdem wiegt eins nur 32 Kilo“, wirbt Köhnsen.

Dass die Norderstedter nicht nur Wassersport können, beweisen sie derzeit in einem Kooperationsprojekt: Mit dem DLRG entsteht ein Zwei-Mann-Lampuga, der Menschen aus Seenot bergen kann – schneller als jedes Rettungsboot.

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