16 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Vonovia verkauft Wohnungen im Norden

Mieter verunsichert Vonovia verkauft Wohnungen im Norden

Der größte deutsche Wohnungskonzern, die Vonovia SE (Bochum), hat 3860 Wohnungen in Schleswig-Holstein verkauft. Mieter sind nun verunsichert, berichtet der Mieterbund Schleswig-Holstein. Denn weder der neue Eigentümer, die Polarlicht 1 UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG, noch die Verwalterin, die Noctua Advisors GmbH (Neumünster/Frankfurt), sind in der Wohnungswirtschaft bekannt.

Voriger Artikel
Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wirbt um mehr internationale Gäste
Nächster Artikel
Machtkampf um Aldi-Stiftung

Feldstedt in Eckernförde: Auch hier hat ein Immobilienfonds der Deutschen Bank Vonovia-Wohnungen übernommen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde/Bochum. Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass hinter dem neuen Eigentümer die Deutsche Bank steckt, genauer gesagt ein Immobilienfonds des Instituts. Insgesamt 6000 Wohnungen in Norddeutschland seien an RREEF, so heißt der Bereich Immobilien-Investment der Bank, veräußert worden, sagte eine Vonovia-Sprecherin auf Anfrage. Die meisten Wohnungen befinden sich in Flensburg (1810), Eckernförde (510) und Neumünster (1540), weitere in Bremerhaven und Wilhelmshaven. Polarlicht sei eine Gesellschaft, die der Fonds zum Zweck der Übernahme gegründet habe, berichtete ein Sprecher der Bank. Die Rechtsform „UG (haftungsbeschränkt)“ ist die 2008 geschaffene kleinere Variante der GmbH; die sogenannte Mini-GmbH wird viel von Existenzgründern genutzt, weil sie schon mit einem Stammkapital von einem Euro gegründet werden kann.

 Der Mieterbund berichtet, dass Mieter in Eckernförde mit Schreiben vom 18. Januar über den Verkauf an Polarlicht informiert wurden. Der Verein kritisiert Vonovia für den Verkauf, weil das Unternehmen seiner Ansicht nach damit zeigt, dass es „nach wie vor offenbar nicht bereit ist, als seriöser Vermieter langfristig Wohnungsbestände zu halten und zu sanieren“, so Geschäftsführerin Heidrun Clausen. Sie verweist darauf, dass die 1800 in Flensburg verkauften Wohnungen zum Teil „erhebliche Schimmelbelastung“ aufwiesen. Der Mieterbund vermutet zudem, dass der Verkauf im Zusammenhang steht mit dem Übernahmekampf um die Deutsche Wohnen (Frankfurt). Das Unternehmen hat den Aktionären der Deutschen Wohnen (170000 Wohnungen) ein Übernahmeangebot gemacht und könnte nun dafür Kapital benötigen. Vonovia hieß bis vor kurzem noch Deutsche Annington und besitzt knapp 370000 Wohnungen.

 Vonovia begründet den Verkauf hingegen damit, dass Bestände verkauft worden seien, die „nicht mehr zum Kerngeschäft zählen“. Dazu zählten in erster Linie Wohnungen, „die sich aus dem Unternehmen heraus nicht optimal bewirtschaften lassen“. Vonovia bewirtschaftet in Schleswig-Holstein noch 21000 Wohnungen, 12000 davon in Kiel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3