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Land startet Eigenkapitaloffensive

76 Millionen Euro Land startet Eigenkapitaloffensive

Rund 76 Millionen Euro in drei Fonds stellen das Land Schleswig-Holstein und seine Förderinstitute Unternehmen zur Stärkung ihres Eigenkapitals zur Verfügung. Damit sollen unter anderem Wachstumschancen und Innovationskraft verbessert werden, wie das Wirtschaftsministerium am Montag in Kiel mitteilte.

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Rund 76 Millionen Euro in drei Fonds stellen das Land Schleswig-Holstein und seine Förderinstitute Unternehmen zur Stärkung ihres Eigenkapitals zur Verfügung.

Quelle: dpa

Kiel. „Durch die Fonds können insgesamt bis zu 500 Millionen Euro Investitionen von privaten Unternehmen angeschoben werden,“ sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD).

Der Mittelstandsfonds wird von vormals 30 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro aufgestockt. Er sei ein „sehr gutes Mittel“ für Unternehmen, die sich um eine Nachfolgeregelungen kümmern müssten und dabei auf einen Eigenkapitalzufluss angewiesen seien, sagte Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Eigenkapitalerhöhung spiele im Land eine große Rolle, weil wenige Unternehmen direkten Zugriff auf den Kapitalmarkt hätten und es kaum Aktivitäten privater Beteiligungsgesellschaften gebe.

Frisches Beteiligungskapital bietet auch der Fonds für kleinere und mittlere Unternehmen. Er ist mit insgesamt 44 Millionen Euro ausgestattet. Die Hälfte kommt aus Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), jeweils 11 Millionen Euro von IB.SH und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft MBG. „Ein haushaltsschonendes Modell“ nennt das Wirtschaftsminister Meyer. Die Finanzierung der Fonds laufe weitgehend ohne Landesmittel. Die Regierung setze auf revolvierende Fonds. „Durch den Einsatz von EFRE-Mitteln bleibt dem Land sogar europäisches Geld in zweistelliger Millionenhöhe erhalten, das wieder für wirtschaftsfördernde Zwecke zur Verfügung steht.“

Als drittes Angebot richtet sich der Seed & Start-up Fonds an innovative Gründer. In der ersten Auflage des Fonds wurden 240 Start-ups mit insgesamt sechs Millionen Euro unterstützt. Für die Neuauflage, die im Juli 2015 startete, wurden die Mittel nun auf 12 Millionen Euro verdoppelt.

Ein junges Unternehmen, das von dieser Förderung profitiert hat, ist die Sashay GmbH. Die Firma – zunächst in Hamburg gegründet – hat mit „Lampuga“ ein 15 PS starkes, motorisiertes Surfboard auf den Markt gebracht. Weil bald eine größere Produktionsstätte nötig war, zog das Unternehmen 2014 nach Norderstedt. 300.000 Euro bekam der Betrieb aus dem Seed & Start-Up Fonds, zudem wurde er von der Hamburger Investitionsbank unterstützt. Dies sei ein Beispiel dafür, dass trotz Wettbewerbs die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern gut funktionieren könne, sagte Gerd-Rüdiger Steffen, Geschäftsführer der MBG. Heute bietet die Sashay GmbH bereits 15 Arbeitsplätze und hat für 2015 einen Jahresumsatz von über einer Million anvisiert.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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