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Edeka will Discounter auf Abstand halten

Einzelhandel im Norden Edeka will Discounter auf Abstand halten

Die Discounter gewinnen an Boden im hart umkämpften Lebensmitteleinzelhandel - auch in Schleswig-Holstein. Den Platzhirsch Edeka Nord kann das nicht schrecken. Mit Vielfalt und Regionalität will sich der genossenschaftliche Verbund von der Konkurrenz abheben.

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Derzeit wachsen die Discounter schneller, aber das will Edeka Nord sich nicht länger bieten lassen.

Quelle: Edeka/Carsten Milbret

Neumünster. Mit geschärften Werbebotschaften, modernisierten Läden und neuen Markenprodukten wollen Discounter wie Aldi oder Lidl punkten: Im umkämpften Lebensmitteleinzelhandel sind sie laut Marktforschungsinstitut GfK mit 4,9 Prozent Plus derzeit die Umsatzgewinner – deutlich vor Platzhirsch Edeka. Mit welchen Strategien der Einzelhandels-Unternehmensverbund auch künftig punkten möchte, was die Umflaggung von Sky auf Rewe bedeutet und warum Tarifverträge flexibler gestaltet sein müssten, erläutern Carsten Koch und David Strack, beide Geschäftsführer von Edeka Nord.


Was will das Unternehmen tun, um die Nummer eins auch im Norden zu bleiben?

Koch: Unsere genossenschaftlich aufgebaute Organisationsform spielt eine wesentliche Rolle. Hier geht es um selbstständige Kaufleute, die sich einer leistungsfähigen Organisation wie der Edeka Nord bedienen. Unser Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit unserer Kaufleute zu optimieren, ohne eigene ökonomische Vorteile daraus zu ziehen. Bei Aktiengesellschaften oder auch Franchiseunternehmen ist das anders. Unsere führende Position werden wir auch deshalb halten und auch gegen Discounter bestehen, weil der Verbraucher sieht, dass unser Leistungspaket einfach stimmt. Vom Service bis – ganz maßstäblich – zum Preis.


Also stehen Sie voll im Preiskampf ...

Strack: ...den wir auch so annehmen. Mehrmals in der Woche passen wir die Preise eins zu eins für unsere eigenen Preiseinstiegsartikel an. Und der Kunde hat die Wahl: Edeka bietet bis zu 25000 Artikel in einem durchschnittlich großen Markt an, Aldi maximal 1400. Der Erfolg der Edeka in den letzten 15 Jahren, in der sich die Handelslandschaft in Deutschland stark verändert hat, besteht auch darin, dass wir – anders als viele Mitbewerber – kein nationales, sondern ein regional angepasstes Sortiment führen. Bei uns ist der lokale Händler der Garant dafür, genau zu wissen, was seine Kunden wollen. Und das wird von der Qualität unserer Läden und der Warenpräsentation unterstrichen. Mit der Folge, dass Kunden schon einmal mehr oder auch andere Artikel kaufen als die, die auf dem Einkaufszettel standen.


Und das ist bei Aldi & Co anders?

Koch: Wir positionieren uns so dicht am Kunden wie kein Zweiter in Deutschland. Wir bilden nicht nur das ab, was der Wettbewerber kann, wir können mehr. In der Tat ist es so, dass die Umsätze im Discountbereich wachsen, aber ich glaube nicht, dass „Geiz ist geil“ der Zug der Zeit ist. Ladenkonzepte der Discounter erleben ein Uptrading, es sieht da jetzt aus wie in einem kleinen Supermarkt. Aber es bleibt ein reduziertes Sortiment, das macht den maßgeblichen Unterschied aus.


Wie reagieren Sie auf die Herausforderungen von Online-Plattformen wie Amazon Fresh?

Strack: Die Bodenständigkeit in unserer über 100-jährigen Geschichte hat uns bislang nicht schlecht getan. Nicht jeder, der als Erster losläuft, geht auch als Erster durchs Ziel. Dennoch: Die Weiterentwicklung unserer digitalen Kanäle – derzeit nutzen 20 unserer selbstständigen Händler die neue Online-Plattform Olivia – werden wir natürlich kontinuierlich vorantreiben. Das was Amazon zum Beispiel macht, da steckt schon eine logistische Herausforderung dahinter. Aber wir sind, um es einmal so zu sagen, mit 114 Jahren der älteste Lieferservice in Deutschland. Geändert haben sich lediglich der Zugang und die Abwicklung einer Bestellung.

Fragen: Jan v. Schmidt-Phiseldeck

Das komplette Interview lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe der Kieler Nachrichten

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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