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Meister, Optimist, E-Mobilist

Elektroauto für Handwerker Meister, Optimist, E-Mobilist

Andreas Heuschert schaut gerne optimistisch in die Zukunft – und energiebewusst. Deshalb fährt der Malermeister aus Stoltenberg seit einem halben Jahr mit einem Elektroauto. Aufgrund seiner Erfahrungen ist er überzeugt: „Für die Hälfte aller Handwerker in Kiel wäre ein E-Auto die ideale Lösung.“

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Malermeister Andreas Heuschert erledigt seine Arbeitswege mit einem Elektroauto – und rät zum Nachahmen.

Quelle: Gerhard Müller

Schwentinental. Seine Ideallösung ist ein Nissan E-NV 200. Der kompakte Kleintransporter, 4,40 Meter lang, fasst alles, was ein Maler so braucht. Nur sein Besitzer fasst es manchmal nicht, welche Reaktionen er von Menschen erhält, die ihre Argumente aus dem Schwarz-Weiß-Denken beziehen. „Ich höre viel Negatives“, berichtet Andreas Heuschert. „Vor allem, dass das keine umweltfreundlichen Autos sind, da der Strom aus Kernkraft oder Kohle gewonnen wird. Oder, dass die Reichweite zu gering ist und E-Autos stark subventioniert werden. Dann antworte ich, dass das beim Diesel nicht anders ist.“ Und er erzählt von einem Freund, der zu ihm gesagt habe: Lass’ mich mit diesem Thema in Ruhe. In solchen Fällen bietet Heuschert gerne eine Probefahrt an: „Der eine oder andere ist dann doch erstaunt, was das für ein angenehmes Fahrerlebnis ist.“

Ist Heuschert der ideale E-Mobilfahrer?

Heuschert, der einen Vier-Mann-Betrieb in Schwentinental hat, scheint das Idealmodell für einen E-Mobilisten zu sein. Er ist zu einem Ökostromanbieter gewechselt, und beruflich bewegt er sich in einem überschaubaren Umkreis. Die Reichweite seines neuen Nissan beträgt im Winter etwa 130 Kilometer, wird es wärmer, sind es 20 mehr. Die 15 Kilometer von seinem Haus in Stoltenberg nach Schwentinental und die anschließenden Touren zu den Kunden schafft er locker. Und über Nacht ist der stille Stromer wieder aufgeladen. Preiswert findet der 47-Jährige Mobilität ohne Verbrennungsmotor ebenfalls. Die monatliche Leasingrate beträgt knapp 400 Euro brutto, Energie aus der Steckdose kostet pro 100 Kilometer rund vier Euro, Steuern fallen gar nicht an, und hohe Werkstattrechnungen sind nicht zu erwarten. Ölwechsel oder Kupplungsschäden gibt es bei E-Autos nicht. Zudem kann er um Tankstellen einen großen Bogen machen, er verfügt ja über seine eigene „Zapfsäule“.

Wichtig ist dem Vater dreier Kinder auch, das Umweltbewusstsein zu verbessern. Womöglich ist er der einzige Malermeister im Norden, der auf Strom statt Benzin setzt, er findet, das müsse nicht so bleiben. „Ich fahre mit null Emissionen durch die Gegend, ich hoffe, dass mit der Förderung der Bundesregierung und der Autohersteller mehr Menschen sich damit anfreunden. Das kann die Entwicklung von leistungsfähigeren Batterien fördern, womit die Kaufpreise sinken würden.“ Er sei zwar ein Freund von Öko, aber eine solche Anschaffung müsse sich rechnen, gibt er zu. Heuschert ist sicher, richtig gerechnet zu haben: „In einer Stadt wie Kiel ist ein E-Auto ideal.“ Nicht nur für Handwerker.

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