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Von Oesterreich erhält weiter Nordbank-Bezüge

Ermisch neuer HSH-Chef Von Oesterreich erhält weiter Nordbank-Bezüge

Vom Aufsichtsrat beschlossen: Stefan Ermisch übernimmt am 10. Juni die Leitung der HSH Nordbank. Für Aufregung sorgen aber auch die hohen Bezüge, die dessen abtretender Vorgänger Constantin von Oesterreich erhalten soll.

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Führungswechsel nicht ohne Aufregung: Stefan Ermisch (links) folgt Constantin von Oesterreich an der Spitze der HSH Nordbank. Der scheidende Chef erhält aber weiter seine Bezüge.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg/Kiel. Der goldene Handschlag für den scheidenden HSH-Chef Constantin von Oesterreich (63) ist perfekt. Eine Woche nach der offiziellen Entscheidung der EU-Kommission zur Zukunft der Bank hat der Aufsichtsrat des Instituts den Weg für den Führungswechsel geebnet: Mit Wirkung vom 10. Juni übernimmt Finanzvorstand Stefan Ermisch (50) das Ruder bei der Bank, die bis Ende Februar 2018 verkauft sein muss – oder abgewickelt wird.

Im Vorfeld des Wechsels hatte es bereits Gerüchte über einen goldenen Handschlag für Constantin von Osterreich gegeben, dessen Vertrag bis Herbst 2017 läuft. In einer Pressemitteilung der Bank heißt es, von Oesterreich lege „im Wissen um den entsprechenden Wunsch des Aufsichtsrates den Vorstandsvorsitz einvernehmlich zum 10. Juni nieder“. Dabei blieben seine vertraglichen Ansprüche gewahrt. Bei einem auf 500000 Euro gedeckelten Jahressalär würde das ein Nachschlag von über 700000 Euro bedeuten, hinzu kämen noch Ansprüche aus den Zahlungen zur Altersversorgung.

Die Opposition in Kiel reagierte prompt: „Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch zu erfahren, ob auch die Landesregierung diesem goldenen Handschlag zugestimmt hat“, sagte CDU-Finanzexperte Tobias Koch. Monika Heinold müsse erklären, „was 500000 Euro pro Jahr für Nichtstun rechtfertigt“.

Die grüne Finanzministerin sprach von einem „Gesamtpaket“, dem das Land zugestimmt habe, nannte aber keine Summen. Zu diesem Paket gehöre neben der Berufung Ermischs auch die Verkleinerung des Vorstandes von fünf auf vier Mitglieder: „Damit senden wir positive Impulse in die Bank und in den Markt.“ Der Verlauf der nächsten beiden Jahre sei entscheidend dafür, wie viel Schleswig-Holstein letztendlich für die Altlasten der HSH Nordbank zahlen müsse.

Der Steuerzahlerbund hatte zuvor bereits einen goldenen Handschlag sowie mögliche Boni für die HSH-Vorstände im Fall eines erfolgreichen Verkaufes als „Skandal“ bezeichnet. Nach Informationen der Kieler Nachrichten jedoch sind die Bonuszahlungen nach Diskussionen zwischen den Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein inzwischen komplett vom Tisch. Aufsichtsratschef Thomas Mirow sprach mit Blick „auf die anstehenden Herausforderungen in den kommenden Jahren“ vom „richtigen Zeitpunkt, den Führungswechsel wie geplant zu vollziehen“. Constantin von Oesterreich habe die Bank „mit großem persönlichen Einsatz und Sachverstand umsichtig und erfolgreich durch schwierige Jahre geführt“. Neuer Finanzvorstand wird Oliver Gatzke (47). Matthias Wittenburg (47), im Vorstand seit Januar 2013 verantwortlich für Corporates and Markets, verlässt die Bank einvernehmlich zum 10. Juni. Das Kapitalmarktgeschäft, Unternehmens- und Immobilienkunden sowie Shipping verantwortet künftig Torsten Temp als alleiniger Marktvorstand. Das Risikoressort hatte die Bank bereits im Oktober 2015 mit Ulrik Lackschewitz neu besetzt.

Die Krise der HSH-Nordbank in der Übersicht:

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Ulrich Metschies
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