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HSH bei Windstrom gut im Geschäft

Erneuerbare Energien HSH bei Windstrom gut im Geschäft

Immer nur Krise, das macht keinen Spaß. Tatsächlich ist es auch so, dass es für die HSH Nordbank auch eine Welt neben dem drohenden Abwicklungsszenario gibt – das tägliche Geschäft nämlich.

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Die Margen könnten besser sein, aber das Geschäft zahlt sich aus: Bei der Finanzierung von Windparks ist die HSH Nordank auch international gefragt.

Quelle: Ulf Dahl

Hamburg/Kiel. Und das läuft für das Institut, das zum Verkauf steht, gar nicht schlecht, im Wachstumsmarkt erneuerbare Energien sogar außerordentlich gut.

Während am Mittwoch im schleswig-holsteinischen Landtag einmal mehr über die Milliardenrisiken aus faulen Schiffskrediten debattiert wurde, veröffentlichte die Bank Zahlen, die sich sehen lassen können: In ihrem Kerngeschäftsfeld Energie hat die HSH 2016 erstmals deutlich mehr als eine Milliarde Euro Neugeschäft abgeschlossen.

 Davon entfielen knapp 1,1 Milliarden Euro auf die Finanzierung von Wind- und Solarprojekten. Damit hält ein seit fünf Jahren andauernder Wachstumstrend unvermindert an.

 „Wir haben uns jedes Jahr mehr vorgenommen und jedes Jahr mehr erreicht. Das wollen und werden wir auch 2017 schaffen“, sagt Lars Quandel, Leiter des HSH-Bereiches Energie & Versorger. Deutschland ist für die Bank auf diesem Sektor inzwischen der wichtigste Einzelmarkt, doch angesichts der politisch beschlossenen Begrenzung des Windkraftausbaus dürfte die Musik künftig mehr als bislang im Ausland spielen. Bereits heute ist Skandinavien mit einem Neugeschäft von rund 500 Millionen Euro für das Öko-Energiegeschäft der Bank die wichtigste Region. „Das für 2016 dort geplante Wachstum ist uns genauso gelungen wie der Ausbau der Geschäftsaktivitäten in Irland“, betont Quandel. In Dänemark trat die Bank in den Photovoltaik-Markt ein und finanzierte zwei Projekte mit einem Volumen von insgesamt 70 Millionen Euro. Und allein in Finnland finanzierte die Bank vier Projekte mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Euro.

Hohe Installationszahlen erwartet

 Nach einem bundesweiten Rekordzubau von 4,6 Gigawatt Windleistung an Land erwartet Quandel auch in diesem Jahr unter den auslaufenden Förderrichtlinien nochmals hohe Installationszahlen. Langfristig sei in Deutschland beim Ausbau der Onshore-Windenergie infolge des Übergangs zum neuen Ausschreibungsmodell jedoch mit niedrigeren Volumina zu rechnen, betont der Energieexperte. Gleichwohl bleibe Deutschland nicht nur der wichtigste Windenergiemarkt Europas, sondern auch der mit Abstand größte Windstromproduzent. Im vergangenen Jahr wurden nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes knapp 80 Terawattstunden aus Windenergie erzeugt.

 Nachdem in früheren Jahren Finnland und Frankreich für die Bank die wichtigsten Einzelmärkte im Energiebereich waren, hat 2016 Deutschland mit mehr als 400 Millionen Euro Neugeschäft in der Projektfinanzierung diese Position übernommen. In Schleswig-Holstein jedoch läuft das Windgeschäft aufgrund des von der Landesregierung verfügten Ausbaumoratoriums eher verhalten: „Aus dem Norden erreichen uns derzeit nicht sehr viele Anfragen“, so Quandel. Auch in Niedersachsen habe sich das Wachstum abgeschwächt, wobei sich auch der Wachstumsdeckel für die sogenannten Netzausbaugebiete bemerkbar macht. Deutlich mehr Gas beim Windkraftausbau geben nach Angaben der HSH Nordbank die Bundesländer im Süden und im Osten.

 International erwartet Quandel in diesem Jahr weiteres Wachstum in Frankreich, den Niederlanden und Irland, aber auch in Skandinavien. „Ganz selektiv“ prüfe die Bank aber auch den Einstieg in „interessante“ außereuropäische Märkte wie etwa Chile oder Indien. Ein erstes Geschäft in der kanadischen Provinz Ontario soll bereits in diesem Jahr in trockene Tücher gebracht werden.

 Die HSH Nordbank ist seit rund 30 Jahren in der Finanzierung von erneuerbaren Energien aktiv und zählt nach eigenen Angaben zu den Top 5 unter den europäischen Geldgebern. Aktuell hat die Bank in diesem Bereich für 240 Projekte ein Finanzierungsvolumen von rund fünf Milliarden Euro in den Büchern.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Kommentar

Wie gefährlich ist die HSH für unsere Sparkassen? Wer sich von Finanzministerin Monika Heinold im Landtag Klarheit erhofft hatte, sah sich enttäuscht. Nun wäre es naiv gewesen, etwas anderes zu erwarten.

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