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Angst vor radioaktivem Staub

Rückbau AKW Brunsbüttel Angst vor radioaktivem Staub

Abgeschaltet ist das Akw Brunsbüttel längst. Der geplante Abbau des „Pannenmeilers“ ist kompliziert — und umstritten. Jetzt stellt sich die Atomaufsicht mit Minister Habeck an der Spitze den Kritikern.

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Mit wenigen Teilnehmern hat am Montag in Brunsbüttel der dreitägige Erörterungstermin zu dem geplanten Abbau des Atomkraftwerk Brunsbüttel begonnen.

Quelle: Fabian Bimmer/dpa

Brunsbüttel. Mit wenigen Teilnehmern hat am Montag in Brunsbüttel der dreitägige Erörterungstermin zu dem geplanten Abbau des Atomkraftwerk Brunsbüttel begonnen. Etwa 150 Menschen fanden sich am Vormittag in der Halle ein. Der Brunsbütteler Meiler ist seit 2007 wegen technischer Pannen nicht mehr am Netz. Betreiber Vattenfall hatte Ende 2012 den Rückbau des Kraftwerks beantragt. Gegen das Vorhaben haben fast 900 Menschen schriftlich Bedenken vorgetragen, die sie bei dem Erörterungstermin auch mündlich darlegen können.

Eine Hand voll Atomkraftgegner demonstrierte vor der Tagungshalle mit Musik und Transparenten gegen das Projekt. Die Gegner befürchten unter anderem, dass beim Abriss des Kraftwerks radioaktiv belasteter Staub freigesetzt wird. „Wir wollen alle, dass (das Akw) Brunsbüttel zurück gebaut wird“, sagte Karsten Hinrichsen von der Bürgerinitiative Unterelbe: „Aber nicht um den Preis, dass vieles, das von der Radioaktivität jetzt noch im Gebäude vorhanden ist, an die Umwelt und an die Menschen abgegeben wird.“ Eine Zuhörerin ergänzte: „Jede Hausfrau weiß: ‘rum wühlen ergibt Staub.“ Deshalb solle man das Akw zunächst einmal komplett „endlagern“, forderte sie.

Für Schleswig-Holsteins Energie- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) keine Alternative: „Ich glaube nicht, dass der Rückbau besser wird oder konstruktiver voran geht, wenn man auf Zeit spielt“, sagte er.

Der Grünen-Politiker erinnerte an die gesetzlichen Vorgaben, wonach ein Endlager für hoch radioaktiven Müll bis 2050 fertig sein soll. „Das sind noch 35 Jahre, aber viele Stimmen sagen, das ist zu ehrgeizig“, sagte Habeck. Und die Inbetriebnahme des Endlagers für schwach- und mittelradioaktiven Abfall — nach jetzigem Stand wird es das stillgelegte Eisenerz-Bergwerk „Schacht Konrad“ werden — sei für Anfang des nächsten Jahrzehnts geplant. „Bis dahin soll der Rückbau in Brunsbüttel schon begonnen haben.“

Also werde auch der schwach- und mittelradioaktive Müll auf dem Brunsbütteler Kraftwerksgelände gelagert beziehungsweise zwischengelagert werden müssen. „Wie das geht, wird zu diskutieren sein“, sagte Habeck.

Letztendlich bestehe ein Atomkraftwerk jedoch zu 97 Prozent aus nicht radioaktiv belastetem Material — auch wenn es aus einem Atomkraftwerk stamme. „Dieses Material muss anders behandelt werden als das radioaktiv belastete Material“, sagte Habeck.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa

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