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Ersatz für 4000 Flüge gesucht

Hamburg: Air Berlin streicht 38 Verbindungen Ersatz für 4000 Flüge gesucht

Harte Landung für den Hamburger Flughafen: Er ist von jährlich 4000 gestrichenen Flügen der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin getroffen worden. Das bedeute zunächst rund 500 000 Passagiere jährlich weniger, sagte eine Flughafensprecherin am Dienstag in der Hansestadt.

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Air Berlin: Hamburger Flughafen verliert rund 4000 Flüge.

Quelle: dpa

Hamburg/Berlin. Dieser Einschnitt sei für Airport-Chef Michael Eggenschwiler überraschend gekommen, bestätigte die Sprecherin. Das nördliche Drehkreuz, fünftgrößter Airport in Deutschland, beförderte 2011 rund 13,56 Millionen Passagiere.

Air Berlin nimmt in seinem Winterflugplan von Hamburg aus angeflogene internationale Ziele wie Zürich und Barcelona heraus. Im Inland sind Karlsruhe/Baden-Baden und teilweise Nürnberg betroffen. Bis Verträge mit möglicherweise anderen Anbietern für diese Strecken ausgehandelt sind, wird es am Flughafen bis Jahresende keine Neueinstellungen geben, sagte die Sprecherin. Auf der Anlage arbeiten rund 1600 Mitarbeiter.

Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste. Vorstandschef Hartmut Mehdorn hat den Aktionären die Rückkehr in die Gewinnzone für 2013 versprochen. "Wir stellen uns effizienter auf und optimieren fortlaufend unser Angebot", teilte Vertriebschef Paul Gregorowitsch in Berlin zu den Streichungen mit. Er machte die Luftverkehrssteuer für die Einschnitte verantwortlich. "Diese außerordentliche Belastung trifft nicht mehr nur die Regionalflughäfen, sondern mittlerweile auch größere Standorte." Insgesamt soll die Kapazität bei Air Berlin im Oktober um zwei Prozent verglichen mit dem Winterflugplan 2011/2012 reduziert werden. Auch die Verbindungen Stuttgart-Mailand, Sylt-Köln und Berlin-Münster werden gekappt.

Der Hamburger Flughafen arbeitet mit Hochdruck an einem Ersatz für die ausfallenden Streckendienste und ist zuversichtlich, dass dies klappen könnte: Zürich, wohin jährlich von Hamburg aus rund 613 000 Passagiere mit verschiedenen Anbietern pendeln, wird bereits von Lufthansa und ihrer Tochter Swiss bedient - Aufstockung möglich?

Barcelona sei eine Superstrecke, berichtete die Sprecherin. In die attraktive spanische Metropole am Mittelmeer, Hauptstadt Kataloniens, reisten 2011 von Hamburg aus rund 100 000 Passagiere. Dort hat auch der spanische Niedrigpreisanbieter Vueling eine Basis und könnte möglicherweise an einem Streckenausbau nach Nordeuropa interessiert sein.

Offen sei, wie die inländischen Strecken aufgefangen werden können. Nürnberg, dass von Air Berlin statt vier Mal täglich nur noch halb so oft von Hamburg aus angeflogen werden wird, sei ein Drehkreuz für den Anbieter und deswegen so häufig versorgt worden, berichtete die Sprecherin.

Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) zweifelt nicht an einer Ersatzlösung: "Hamburg ist ein wichtiges Drehkreuz im Norden, dass auch für andere Fluggesellschaften einiges zu bieten hat. Und das wird auch so bleiben." Der Flughafen feierte 2011 sein 100. Jubiläum. Er fuhr fast 50 Millionen Euro Gewinn ein, bei einem Umsatz von 253 Millionen Euro. Für 2012 hatte der Flughafenchef ein Passagierwachstum von 3,5 Prozent im Visier - sofern die Luftverkehrssteuer und hohe Kerosinpreise ihm nicht in die Quere kommen. Nun durchkreuzt auch noch das Strecken-Aus seine Planung.

dpa

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa