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Erste Damp-Klagen eingegangen

Verdi-Chef kommt Erste Damp-Klagen eingegangen

Mit unverminderter Härte geht der Tarifstreit zwischen Verdi und Helios um die Damp-Kliniken weiter. Erste Kündigungsklagen sind jetzt bei Gericht. Am Samstag kommt Verdi-Chef Bsirske zu einer Kundgebung nach Kiel. Der SSW warf Helios reines Profitstreben vor.

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In Damp wird die Zentrale Service-Gesellschaft (ZSG) zu Grabe getragen. Gekündigte Beschäftigte haben indes Klagen eingereicht.

Quelle: R. Krüger

Kiel/Flensburg. Der Tarifkonflikt bei den Damp-Kliniken spitzt sich weiter zu. Nach den Kündigungen bei der Zentralen Service-Gesellschaft (ZSG) Damp haben betroffene Mitarbeiter bei den Arbeitsgerichten in Flensburg und Kiel erste Klagen eingereicht. Am Donnerstag werden die Streiks in Damp fortgesetzt. Am selben Tag und am Freitag sind dann die Beschäftigten der Endo-Klinik in Hamburg sowie am Freitag die ZSG-Mitarbeiter aufgerufen, die Arbeit von der Früh- bis zur Spätschicht niederzulegen. Am Samstag wird der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske zu einer Kundgebung in Kiel erwartet.

Der SSW-Landesvorstand rief dazu auf, die gekündigten ZSG-Angestellten zu unterstützen. „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie das Fundament sozialer Marktwirtschaft und das Streikrecht in unserem Land ausgehöhlt werden“, erklärte der SSW-Vorsitzende im Landtag, Lars Harms.

In Flensburg ging nach Angaben der Geschäftsleitung des Gerichts vom Mittwoch eine Klage ein. 100 weitere seien angekündigt worden. Beim Arbeitsgericht Kiel war von einer Zahl im einstelligen Bereich die Rede. Zwei bis drei Wochen nach Erhebung der Klage könne es zu einem ersten Gütetermin kommen, sagte ein Mitarbeiter der Geschäftsleitung des Kieler Gerichts. Somit könne es im Juli schon so weit sein. Die Gewerkschaft Verdi kündigte auch für den Standort Hamburg die Einreichung erster Kündigungsschutzklagen an.

Die ZSG gehört wie zahlreiche Kliniken und Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zur ehemaligen Damp-Gruppe, die im März von Helios übernommen wurde. Verdi hält die Kündigungen bei der ZSG für rechtswidrig. Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche juristische Schritte angekündigt. Die Kliniken und Einrichtungen der ehemaligen Damp-Gruppe hatten zuvor sämtliche Verträge mit der ZSG gekündigt. Die Service-Gesellschaft hatte daraufhin ihrerseits 1000 Mitarbeitern vorsorglich die Kündigung ausgesprochen.

Unterdessen wurden die Streiks am Mittwoch am Standort Damp fortgesetzt. Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky bezeichnete die Situation als grotesk. Im Streiklokal würden die Kündigungsklagen vorbereitet, während unweit davon Einstellungsgespräche der gekündigten Mitarbeiter mit neuen Dienstleistern für die Kliniken geführt würden. Schischefsky ging davon aus, dass fast alle Betroffenen die Möglichkeit einer Kündigungsklage nutzen werden. Verdi werde auch auf die Landespolitik zugehen.

Verdi-Verhandlungsführer Oliver Dilcher warnte vor falschen Erwartungen an die Einstellungsgespräche: „Mit kurzfristig angesetzten Bewerbungsgesprächen für neue Service-Einrichtungen sollen die Kolleginnen und Kollegen zum Wechsel in vermutlich deutlich schlechter bezahlte Tätigkeiten gedrängt werden“, erklärte er. Niemand sollte sofort unterschreiben.

Der SSW-Politiker Harms sagte, 1000 Angestellte zu entlassen mit der Begründung, sie würden aufgrund des Streiks ihre Aufgaben nicht wahrnehmen, „ist schlicht grausam“. Die Ankündigung von Helios, 80 Prozent der Entlassenen in künftigen Betrieben des Konzerns wieder einzustellen — zu schlechteren Bedingungen — zeige, „dass es den Verantwortlichen im Konzern nicht um die Qualität der Gesundheits- und Serviceleistungen geht, sondern um nackte Rendite“.

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