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Küstenmädchen leben ihren Traum

Existenzgründer Kiel Küstenmädchen leben ihren Traum

Ein Wettbewerb, viele Sieger: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Kieler Wirtschaftsförderer (KiWi) prämieren mit sechs weiteren Institutionen seit 2004 die besten Ideen für Existenzgründer in der Region Kiel.

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Erfolgreiche Freundinnen: Annika Malyska (li.) und Anna-Elena Herzog verkaufen skandinavische Mode in ihrem Geschäft „Küstenmädchen“ in der Holtenauer Straße. Seit Herbst 2015 gibt es die Kollektion auch im eigenen Online-Shop (unten).

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Der Gründercup hat sich zum Gütesiegel für Wachstumsunternehmen von morgen entwickelt“, sagt KiWi-Geschäftsführer Werner Kässens. Die Zahlen geben ihm Recht: 80 Prozent der ausgezeichneten Firmen sind erfolgreich am Markt – wie zum Beispiel die „Küstenmädchen“.

2012 gewannen Anna-Elena Herzog (28) und ihre Freundin Annika Malyska (26) beim Businessplan-Wettbewerb den Sonderpreis. Begründung der Jury damals: Die Gründerinnen identifizieren sich mit ihrem Vorhaben, strahlen viel Begeisterung aus und überzeugen mit ihrem Fachwissen aus dem gesamten Gebiet der Modebranche.

In ihrem 60 Quadratmeter großem Ladengeschäft an der Holtenauer Straße in Kiel verkaufen Herzog und Malyska seit Sommer 2013 neben skandinavischer Mode und Accessoires auch Eigenkreationen unter dem Label „Küstenmädchen“. Kennengelernt hatten sich beide 2008 an der Hamburger Modeakademie JAK. Bei einem Treffen bei einer Freundin in Kiel und „einem Schnaps später“, erinnert sich Annika Malyska, reifte die Idee, sich mit einem kleinen Laden in Kiel selbstständig zu machen. Mit dem Verkauf von Mode aus Dänemark – „speziell für Frauen, da ist die Kalkulation aufgrund des Einkaufsverhaltens berechenbarer“, ergänzt Anna-Elena Herzog.

"Es läuft richtig gut"

Während eines Picknicks im Kieler Schrevenpark beschlossen die beiden, ihr Geschäft „Küstenmädchen“ zu nennen. Ein Jahr lang arbeiten beide einen Businessplan aus, informierten sich zwischendurch immer wieder bei Beratern der IHK. Eine Finanzierungszusage in fünfstelliger Höhe gab es im Herbst 2012 von der Förde Sparkasse, die auch einen Kredit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vermittelte. Und weil ein Bankberater vom Geschäftsmodell der beiden so überzeugt war, riet er zur Teilnahme am Gründercup. „Als wir dann mit dem Sonderpreis eine Beratung gewonnen haben, hat uns das sehr geholfen, weitere Informationen über die Pflichten als Selbstständige zu erhalten“, sagt Malyska.

„Der Laden wurde von Anfang an gut angenommen – es läuft richtig gut“, sagt Herzog. So gut, dass im August 2015 Schwester Katharina Herzog (33) einen Online-Shop als Ergänzung aufbaute: „Da ist aber noch viel Luft nach oben, weil der Aufwand, hier bekannt zu werden, sehr groß ist.“ Anderen Existenzgründern wollen die beiden Freundinnen, die auch zwei studentische Aushilfskräfte beschäftigen, mit ihrer Geschichte Mut machen: Die Voraussetzungen und Beratungsangebote in Kiel seien sehr vielversprechend, um erfolgreich zu sein. „Viele Existenzgründer haben tolle Ideen, müssen aber auch lernen, mit Zahlen umzugehen. Das ist die Herausforderung, da wächst man aber hinein, wenn man sich zu 100 Prozent mit seiner Idee identifiziert“, sagt Malyska. Und einen Traum haben die beiden Geschäftsfrauen auch: ein Ladengeschäft für Männer. Und wer auf ihrer Facebookseite mitliest, kann bereits den Arbeitstitel erahnen: „Küstenjungs“. Läge zumindest auf der Hand.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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