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Expansionspläne machen Nachbargemeinden Appetit

Schwartauer Werke Expansionspläne machen Nachbargemeinden Appetit

Die Schwartauer Werke - Experten für Konfitüren und Müsliriegel - wollen wachsen. Am Stammsitz ist wenig Platz. Jetzt bietet Bad Schwartau doch ein Grundstück, aber auch andere Kommunen lecken sich nach dem Konfitürenwerk alle Finger.

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Das Firmenlogo prangt am groß zur Eröffnung an der Außenfassade des neuen Konfitürenwerkes II der Schwartauer Werke in Bad Schwartau.

Quelle: Ulrich Perrey/dpa (Archiv)

Bad Schwartau. Die Schwartauer Werke wollen expandieren und vier Kommunen buhlen um die Gunst des Konfitürenherstellers. Neben der Stadt Bad Schwartau selbst hätten auch Lübeck und Schönberg in Mecklenburg das bundesweit bekannte Unternehmen gerne in ihren Mauern. Auch die Gemeinde Mönkhagen im Kreis Stormarn hat nach Medienberichten Interesse. Die Schwartauer Werke wollen ihre Produktion erweitern und suchen dafür ein 15 Hektar großes Gelände mit guter Verkehrsanbindung und nicht zu großer Entfernung zu den bestehenden Werkseinheiten. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben jeden Tag durchschnittlich 590.000 Gläser Konfitüre.

Bad Schwartau, die zweitgrößte Stadt des Kreises Ostholstein, hatte sich zunächst nicht in der Lage gesehen, ein geeignetes Grundstück anzubieten. Doch als die Bereitschaft von Schwartaus größtem Arbeitgeber Anfang April publik wurde, sein neues Werk auch außerhalb zu bauen, ging ein Aufschrei durch die Stadt.

Kurz darauf präsentierte die Verwaltung ein Grundstück im Gewerbegebiet Langenfeld am westlichen Stadtrand. „Eine Erweiterung des Gewerbegebiets war ohnehin geplant, wenn auch nicht in diesem Umfang“, sagt Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU). Um die Verkehrsanbindung zu verbessern, wolle man gemeinsam mit dem Nachbarort Stockelsdorf die L 185 auszubauen, sagt er.

Lübeck lockt mit einem 20 Hektar großen Grundstück an der Kronsforder Landstraße in der Nähe der A 20. „Wir haben den Schwartauer Werken acht Standorte vorgeschlagen, dieser fand die größte Zustimmung“ sagt der Geschäftsführer des Koordinierungsbüros Wirtschaft Lübeck (KWL), Dirk Gerdes. „Das Gelände des ehemaligen Obstguts Semiramis hat die gewünschte Größe, eine gute Verkehrsanbindung und zudem - wie vom Unternehmen gewünscht - einen Blick auf Lübecks sieben Türme“, sagt Gerdes. Die berühmte Stadtsilhouette ist seit 1924 das Markenzeichen des Marmeladenherstellers.

Auch die Stadt Schönberg im Kreis Nordwestmecklenburg hat einen Blick auf Lübecks Türme zu bieten, dazu Flächen im Gewerbegebiet Sabower Höhe. „Ja, wir haben Kontakt mit den Schwartauer Werken, der über das Wirtschaftsministerium in Schwerin zustande gekommen ist“, sagt Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (parteilos). „Wir wären dumm, wenn wir nicht zugreifen würden, wenn uns die Chance geboten wird“, sagt er.

Das zum Schweizer Hero Konzern gehörende Unternehmen selbst gibt sich bedeckt. Zum Bauplatz des neuen Werkes gebe es keinen neuen Informationsstand, sagte eine Sprecherin und verwies auf eine Erklärung des Unternehmens vom 18. April. Darin sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Sebastian Schaeffer: „Als Marktführer im Bereich Konfitüre und Müsliriegel ist es für die Schwartauer Werke von großer Bedeutung, in moderne Produktionsanlagen zu investieren, die uns langfristig ein Kapazitätswachstum ermöglichen“. Es gebe aber derzeit keine Pläne, den Unternehmenssitz aus Bad Schwartau zu verlegen, sagte er.

Von Eva-Maria Mester

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