27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Exporte nach Dänemark wachsen rasant

Handelsvolumen verdoppelt Exporte nach Dänemark wachsen rasant

Der Handel Schleswig-Holsteins mit dem Ostseeraum gewinnt immer mehr an Bedeutung – trotz der Spannungen mit Russland. So haben die Unternehmen 2015 Güter im Wert von 3,97 Milliarden Euro (+2,5 Prozent) in die neun  Anrainerstaaten (einschließlich Norwegen) verkauft.

Voriger Artikel
Die neue Seite der Ostsee
Nächster Artikel
Internet-Jobbörse für junge Fachkräfte der Region Hamburg

Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges hat sich Kiel zur zentralen Drehscheibe im Fährverkehr ins Baltikum entwickelt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Nahrungsmittel und Agrarprodukte machen zwar nach wie vor den Löwenanteil aus, doch auch für den heimischen Maschinenbau wird der Ostseeraum als Absatzmarkt immer wichtiger. Besonders rasant, um neun Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, kletterten die Ausfuhren nach Dänemark – den mit Abstand wichtigsten Handelspartner in der Region.

 Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) spricht von einer „Erfolgsgeschichte“, die durch den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels einen weiteren Schub erhalten werde. Seit der Jahrtausendwende sind die Ausfuhren Schleswig-Holsteins in den Ostseeraum um das Zweieinhalbfache gestiegen. Der Russland-Boykott trifft zwar vor allem die Agrar- und Lebensmittelbranche im Land, doch weil die anderen Märkte, vor allem auch im Baltikum, immer stärker werden, legen die Ausfuhren insgesamt weiter zu. Bei den Einfuhren gab es zwar 2015 aufgrund billigerer Gaseinfuhren aus Norwegen einen empfindlichen Rückgang, doch zeigt auch hier der Trend nach oben. Hatte Schleswig-Holstein im Jahr 2000 noch Güter im Wert von 3,12 Milliarden Euro aus dem Ostseeraum eingeführt, so waren es im vergangenen Jahr 6,57 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte. Insgesamt ein Fünftel der schleswig-holsteinischen Exporte geht in den Ostseeraum – im Jahr 2000 lag dieser Anteil noch bei knapp 15 Prozent.

 Kräftig aufwärts geht es auch im Fährverkehr: Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges hat sich Kiel zur zentralen Drehscheibe im Fährverkehr ins Baltikum entwickelt. Fast zwei Millionen Tonnen werden inzwischen pro Jahr von Kiel ins Baltikum verschifft – soviel wie von keinem anderen deutschen Ostseefährhafen. Die 1993 eröffnete Linie Kiel-Klaipeda steuert trotz Russland-Krise in diesem Jahr auf Rekordkurs. Seit April pendeln die Fähren der Reederei DFDS täglich auf dieser Route. Schleswig-Holsteins größter Hafen Lübeck hat parallel zu Kiel eine Route der Stena Line nach Lettland aufgebaut.

 Meyer, mit einer Wirtschaftsdelegation gerade aus Norwegen und Finnland zurückgekehrt, kündigte an, dass Schleswig-Holstein seine „Ostseekompetenz“ künftig noch stärker unter Beweis stellen werde: „Unser Land genießt bei seinen Nachbarn großes Vertrauen.“ Diesen Vorteil müsse und werde der Norden künftig noch offensiver pflegen und nutzen. Die IHK Kiel ist mit der Entwicklung des Ostseehandels ebenfalls zufrieden: „Auch bei den Dienstleistungen ist Schleswig-Holstein gut im Geschäft“ sagt Geschäftsführer Werner Koopmann. Allerdings dürfe man den Erfolg nicht allein am Handelsvolumen festmachen: „Im engen Kontakt mit unseren Nachbarn können wir noch einiges über Zukunftstechnologien und neue Geschäftsfelder lernen.“

 Von Ulrich Metschies und Frank Behling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3