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Landwirtschaft wird immer digitaler

Fach- und Verbrauchermesse Norla Landwirtschaft wird immer digitaler

Modernste Technik statt Nostalgie im Stall oder auf dem Acker: Insgesamt 583 Aussteller aus dem In- und Ausland werden auf der viertägigen Landwirtschaftsmesse Norla, die am Donnerstag in Rendsburg beginnt, ihre Produkte zeigen.

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Peter Levsen Johannsen (Geschäftsführer Messe Rendburg) , Thorsten Ebken (Präsiden LandBauTechnik Nord) und Stefan Gersteuer (Geschäftsführer Messe Rendsburg) auf dem Versuchsfeld der Norla

Quelle: Sonja Paar

Rendsburg. „Auch wenn das konjunkturelle Umfeld für Landwirte derzeit nicht erfreulich ist, zeigt die Branche damit klar an, dass es weitergeht. Alle schauen nach vorne“, sagt Messe-Geschäftsführer Peter Levsen Johannsen.

 Lag der Schwerpunkt im vergangenen Jahr mit 559 Ausstellern noch auf dem Bereich Tierhaltung und Zucht, steht in diesem Jahr moderne Land- und Stalltechnik im Fokus. Vom „traditionellen Treffpunkt für Insider“, sagt Levsen Johannsen, habe sich die Norla inzwischen mehr und mehr zur größten Verbrauchermesse in Schleswig-Holstein gewandelt. „Wir wollen den Besuchern hier ganz konkret vermitteln, dass Landwirtschaft modern und hochtechnisiert ist. Das Bild von Romantik und Idylle gibt es nicht und muss korrigiert werden.“

 Das unterstreicht auch Stephan Gersteuer, zweiter Messe-Geschäftsführer: „Wir haben die Tiere aufgrund der eingesetzten Technik noch nie so gut gehalten wie heute und sind auf dem Acker immer effizienter und ressourcenschonender.“ Trotz der Krise in vielen Bereichen der Landwirtschaft und der Ferienzeit rechnet Gersteuer erneut mit insgesamt rund 70000 Besuchern: „Die Bauern wollen raus aus ihrem Umfeld und etwas anderes sehen.“

 Als Präsident vom Gesamtverband Landtechnik Nord vertritt Thorsten Ebken 280 Betriebe mit etwa 2800 Mitarbeitern im Norden. Die Branche mit einem durchschnittlichen Umsatz von 650 Millionen Euro jährlich spürt die Notlage vieler Landwirte unmittelbar: Bei Neuinvestitionen in Maschinen und Geräte gebe es einen Rückgang von bis 20 Prozent, berichtet Ebken. „Alles, was derzeit ausgegeben wird, ist voraussichtlich nur eine Ersatzinvestition.“ Doch seien die Rückgänge insgesamt eher im niedrigen Bereich angesiedelt: „Die Landwirte müssen kaufen, um technisch ihren hohen Standard halten zu können.“

 Als Beispiel für die „Landwirtschaft 4.0“ nennt er automatisierte Melksysteme: „Die Kuh kann in modernen Ställen heute selber entscheiden, wann und wie oft sie gemolken werden möchte.“ Diese Entwicklung werde immer weiter gehen, betont auch Messe-Geschäftsführer Gersteuer: „Die Digitalisierung von der Erfassung und Steuerung des Tierbestandes bis hin zur Robotik auf dem Acker ist der große Trend, den wir auf der Norla auch zukünftig konsequent weiter verfolgen werden.“ Natürlich könne man vieles noch besser machen: „Das wollen wir auch. Landwirtschaft ist immer Veränderung.“

 Aussteller wie Gerd Knuth, der seit 17 Jahren Produkte der niederländischen Firma Trioliet, ein Spezialist für Futtertechnik, auf der Norla präsentiert, blickt trotz der Kaufzurückhaltung vieler Landwirte positiv auf das Messegeschäft: „Wer seine Neuinvestition bereits um ein Jahr geschoben hat, muss wieder kaufen, weil Landmaschinen auch nur eine begrenzte Lebensdauer haben.“ Dennoch sei die Situation „angespannt“, berichtet Knuth: „Gerade den Milchviehbetrieben geht es finanziell derzeit schlecht, das wirkt sich aufs Geschäft aus.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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