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Im Trio geht es wieder nach Litauen

Fährlinie Kiel-Klaipeda Im Trio geht es wieder nach Litauen

Erstmals seit über zehn Jahren fahren wieder drei Schiffe auf der Route Kiel-Klaipeda. Am Montag wurde mit der „Patria Seaways“ ein zusätzliches Schiff im Kieler Hafen begrüßt.

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Die „Patria Seaways“ ist ab sofort montags und donnerstags zusätzlich im Kieler Ostuferhafen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Im Juli war im Seehafen der Optimismus beim Umschlag leicht gedämpft. Das erste Halbjahr hatten Russland-Sanktionen und Wirtschaftskrise verhagelt. Der Umschlag war erstmals seit Jahren im Kieler Hafen um fast sieben Prozent eingebrochen. Die Prognosen waren zudem keineswegs optimistisch. Doch nun gibt es wieder Licht am Horizont.

 „Die ’Patria Seaway’ wird zunächst während der nächsten Wochen als drittes Schiff auf der Route zwischen Kiel und Klaipeda verkehren“, sagt Volker Muus von der Reederei DFDS Seaways in Kiel. Die 154 Meter lange Fähre wurde 1991 in Norwegen für die Stena Line als „Stena Traveller“ gebaut. 2004 kam die Fähre dann als „Lisco Patria“ zur litauischen Reederei LISCO und wurde 2011 von der dänischen Reederei DFDS übernommen und umgetauft.

 In Kiel wird das Fährschiff zunächst bis Weihnachten jeden Montag und Freitag eine Abfahrt am Abend um 19 Uhr vom Ostuferhafen haben. Damit verstärkt die „Patria Seaways“ die beiden Fähren „Regina Seaways“ und „Optima Seaways“, die auf der Kiel-Klaipeda-Linie sechs Abfahrten von Montag bis Sonnabend haben. Mit der „Patria Seaways“ steigert sich aber auch die Ladekapazität auf der Route auf fast zusammen 6400 Lademeter. Vorher waren es mit zwei Fährschiffen nur etwa 5000 Lademeter. Die Zahl der Abfahrten steigt damit erstmals auf der Litauen-Linie wieder auf acht pro Woche. Das war zuletzt im November 2001 der Fall, als durch den Einsatz der Fähre „Greifswald“ der Fahrplan auf dieser wichtigen Route vorübergehend auf acht Abfahrten pro Woche ausgebaut wurde. Damals waren dafür vier Fähren mit einer Kapazität von zusammen 5400 Lademetern notwendig. Heute schafft DFDS die acht Abfahrten mit drei Schiffen und hat dennoch fast 20 Prozent mehr Lademeter.

 Gefüllt werden die Kapazitäten trotz des andauernden Russland-Embargos mit Waren für Osteuropa. Seit dem Tiefpunkt im Juli sind die Aktivitäten beim Umschlag auf diesem Fahrtgebiet wieder angestiegen. Beim Hafen stieg dadurch auch die Hoffnung, die Delle beim Umschlag aus dem Frühjahr wieder auszubeulen. „Der Seehafen Kiel erwartet für das Jahr beim Umschlag ein gutes Ergebnis“, sagt Hafen-Sprecher Ulf Jahnke. Die eigenen Kais sind sogar schon wieder im Plus. Lediglich auf privaten Hafenanlagen gebe es derzeit noch Einbußen beim Umschlag im Vergleich zum Vorjahr, so Jahnke. Die Messlatte hängt zudem hoch: 2014 war mit 6,4 Millionen Tonnen das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Kieler Hafens.

 Ein deutliches Plus zeichnet sich auch beim Massengutumschlag im Scheerhafen ab. Die Bautätigkeiten auf den Großbaustellen im Straßenbau haben den Bedarf zusätzlicher Splitt-Mengen aus Norwegen erforderlich gemacht. Dieser Baustoff wird beim Straßenbau in Schleswig-Holstein benötigt und kommt mit großen Massengutfrachtern zum Scheerhafen in Kiel.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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