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Fehlzeiten in Schleswig-Holstein

Interaktive Karte Fehlzeiten in Schleswig-Holstein

In Neumünster sind die Erwerbstätigen am meisten krank, in den Kreisen Nordfriesland und Pinneberg haben sie die wenigsten Fehltage. Bei Krankschreibungen von Arbeitnehmern gibt es in Schleswig-Holstein deutliche regionale Unterschiede.

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Schnupfen, Husten, Heiserkeit: Allein im Februar 2015 lagen laut Gesundheitsreport sieben Prozent der AOK-Versicherten mit einer Erkältung im Bett. Neben der üblichen Grippewelle können viele Arbeitnehmer aber auch wegen Rückenschmerzen nicht ins Büro gehen.

Quelle: dpa

Kiel.  Das geht aus einem Gesundheitsreport der AOK Nordwest hervor, der am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Auswertung für das Jahr 2015 bestätigt dabei die Daten anderer Krankenkassen im Land. Es gibt aber auch Unterschiede zwischen den Versicherten innerhalb einer Kasse und unter den Kassen.

Noch haben nicht alle Kassen ihre Auswertung veröffentlicht. Die bisher bekannten Daten von DAK, AOK und TK zeigen aber, dass die Krankschreibungen vor allem drei Hauptgründe haben: Die Muskel- und Skelett-Erkrankungen stehen weiter unangefochten an der ersten Stelle. Dabei geht es vor allem um Rückenbeschwerden, aber auch um Arthrose und Knieentzündungen. Auf die zweite Stelle sind in den vergangenen Jahren die seelischen Erkrankungen gerückt. Bei der AOK folgen sie aber erst mit großen Abstand.

Deutlich größer ist der Anteil seelischer Erkrankungen an den Krankschreibungen bei den TK- und DAK-Versicherten. An dritter Stelle stehen bei allen drei Kassen Atemwegserkrankungen. Besonders stark war das im Februar 2015 zu merken: Damals waren infolge einer Erkältungswelle mehr als sieben Prozent der AOK-Versicherten krankgeschrieben – im Jahresschnitt waren es 5,4 Prozent. Bei der DAK waren hingegen im Schnitt nur vier Prozent krankgeschrieben.

Auch bei der Krankheitsdauer gibt es offenbar Unterschiede: Die AOK-Versicherten hatten 2015 im Schnitt gelbe Zettel für 19,9 Kalendertagen – bei den TK-Versicherten waren es hingegen nur 16,8 Tage.

Solche Durchschnittswerte sind allerdings nur begrenzt aussagekräftig. Denn erstens geht ein erheblichen Teil aller Fehltage – zwischen 40 und 50 Prozent – auf das Konto von Menschen mit so schweren oder chronischen Erkrankungen, dass sie über Monate oder gar Jahre nicht arbeiten können. Zweitens ist es offenbar auch mit vom Wohnort und der Branche abhängig, wie häufig man erkrankt und sich dann auch krankmeldet (siehe Grafik).

Bei den Wohnorten lässt sich nach Angaben der AOK eine Teilung den Landes erkennen: Im Norden und Osten bleibt man offenbar weniger krankheitsbedingt dem Arbeitsplatz fern als im Südosten und Osten. Ein Ausreißer ist dabei Kiel: Mit 19,5 Fehltagen im Jahr gehört die Landeshauptstadt noch zu den Regionen mit relativ niedrigen Fehlzeiten. Warum die Fehlzeiten in den benachbarten Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie in der Stadt Neumünster deutlich größer sind, lässt sich aus der AOK-Statistik nicht ableiten.

Und bei welchem Job ist die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken besonders hoch? Bei der DAK führen die Beschäftigten der Gesundheits-und Sozialberufe die Fehlzeiten-Statistik an, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung. Bei der AOK ist es genau umgekehrt: Nach Verwaltung, Gesundheits- und Sozialsektor folgen die Branchen Energie und Entsorgung und das verarbeitende Gewerbe. Am wenigsten krank waren die Schleswig-Holsteiner, die in der Land- und Forstwirtschaft, bei Banken und Versicherungen oder der Rechtsberatung ihr Geld verdienen.

Der DAK-Gesundheitsreport zeigt noch einen Unterschied: Frauen fehlen deutlich mehr als Männer am Arbeitsplatz – meist wegen seelischer Probleme.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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