17 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Förde Sparkasse verärgert Kunden

Kontenumstellung Förde Sparkasse verärgert Kunden

Das schlichte Girokonto bei der Förde Sparkasse hat ausgedient: Das Schreiben, mit dem die Förde Sparkasse ihre Kunden in den vergangenen Wochen über die Umstellung informierte, stiftet jedoch Verwirrung.

Voriger Artikel
Windkraft auf See erreicht deutliches Plus
Nächster Artikel
Fast 700 000 Privatpersonen stecken im Insolvenzverfahren

Wer sich nicht auf das Schreiben der Förde Sparkasse meldet, soll in der Regel von seinem Berater angesprochen werden.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Kiel. Ab 1. September müssen sich die Kunden zwischen zwei Kontomodellen entscheiden. Zusätzlich gibt es noch Sondervarianten, zum Beispiel für Kinder, Schüler oder Auszubildende. Das Schreiben, mit dem die Förde Sparkasse ihre Kunden in den vergangenen Wochen über die Umstellung informierte, stiftet jedoch Verwirrung. Denn viele Kunden haben die vielen bunten Zettel entweder irrtümlicherweise für Werbung gehalten und im Altpapier entsorgt, oder nicht verstanden, dass die Vertragsänderung automatisch in Kraft tritt, wenn kein Widerruf erfolgt.

Bernd Carstensen, Vorsitzender des Seniorenbeirats in Schönberg, ist erbost über die aus seiner Sicht „nicht sehr transparente Aktion“. Viele Senioren hätten das „bunte Blättchen“ als Werbung ignoriert. „Das ist nicht sehr kundenfreundlich, zumal viele Senioren den sogenannten Mehrwert des neuen Kontomodells nicht brauchen.“

Förde Sparkasse sucht das Gespräch

André Santen, Sprecher der Förde Sparkasse mit Sitz in Kiel, kann verstehen, dass das umfangreiche Informationsschreiben nicht überall auf Gegenliebe stößt. „Wir sind aus rechtlichen Gründen verpflichtet, zwei Monate vorher zu informieren und haben uns dabei am Nutzungsverhalten orientiert.“ Kunden, bei denen die Vertragsänderung bereits erfolgt ist, müssten sich jedoch keine Sorgen machen: „Nichts ist in Stein gemeißelt, man kann auch später noch etwas ändern.“ Und: Wer sich gar nicht auf das Schreiben melde, werde in der Regel von seinem Berater angesprochen. „Da suchen wir aktiv das Gespräch.“

 Gleiches gelte für den Fall des Widerspruchs. In mehr als 95 Prozent der Fälle habe man gemeinsam eine Lösung gefunden. Bleibt der Kunde auch nach intensiver Beratung bei seinem Widerspruch, droht ihm allerdings eine Änderungskündigung seitens der Förde Sparkasse.

Zwei Hauptmodelle der Kontoführung

Ist man nicht gerade Kind, Jugendlicher, Student oder Azubi hat man künftig die Wahl zwischen zwei Hauptmodellen der Kontoführung: Eine Plus-Version für monatlich 7,50 Euro, die durch Apps, Mobilgeräteschutz und andere Zusatzleistungen ergänzt wird. Und eine „Premium“-Variante, die für 13,50 Euro neben allen Banking-Möglichkeiten viel Mehrwert verspricht, unter anderem Rabatte bei Reisen.

Grund der Umstellung ist laut Santen eine „zeitgemäße Anpassung“ an das Kundenverhalten. „Statt 30 verschiedener Kontomodelle wird es nur noch zwei Hauptmodelle geben.“ Der größte Teil der Kunden zahle bereits 7,50 Euro Kontoführungsgebühren. „Da ändert sich nur der Mehrwert für die Plus-Version.“

Verbraucherzentrale kritisiert mangelnde Klarheit

 Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale, kritisiert zwar die mangelnde Klarheit der Umstellung, betont aber auch, dass ein verbesserter Service und ein dichtes Filialnetz Geld kosten. „Suchen Sie den Kontakt und lassen Sie sich die Unterschiede erklären“, empfiehlt der Verbraucherschützer.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3