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Fregatten für Algerien und Korvetten für Israel

TKMS und German Naval Yards Fregatten für Algerien und Korvetten für Israel

Volles Haus bei den Kieler Werften. Der U-Bootbau bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat keine Liegeplätze mehr frei, nun hat sich auch beim Marine-Überwasserschiffbau die Pier gefüllt. Die Ausrüstungspier müssen sich jetzt zwei Fregatten für Algerien teilen.

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Die beiden Fregatten für Algerien liegen jetzt gemeinsam an der Ausrüstungspier der Werft German Naval Yards.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Außerdem geht der Bau von vier Korvetten für die Marine Israels in die heiße Phase. Das Auftragsvolumen aller Marineprojekte der Kieler Werften TKMS und German Naval Yards (GNY) liegt deutlich über der Marke von neun Milliarden Euro.

 Der Auftrag zum Bau der vier Korvetten für rund 430 Millionen Euro wird in den kommenden drei Jahren für Arbeit im Überwasserschiffbau bei GNY sorgen. Das Tochterunternehmen der Rendsburger Nobiskrug Werft wurde vom Generalunternehmer TKMS mit ins Boot geholt. GNY soll die Rümpfe bauen, ist aus Werftkreisen zu hören. Die 90 Meter langen Kampfschiffe sollen bis zu 2000 Tonnen Verdrängung haben und bis 2019 an Israel geliefert werden. Die Bewaffnung und Teile der Systemtechnik steuern die Israelis bei. Daher ist der Auftragswert mit 430 Millionen Euro vergleichsweise niedrig. Deutschland unterstützt den Bau mit etwa 120 Millionen Euro.

 Eine ganz andere Größenordnung sind die Fregatten der Klasse Meko A200 für die algerischen Marine. Der Auftrag beläuft sich auf über eine Milliarde Euro, da die Schiffe in Kiel komplett bewaffnet werden. So bekommen die algerischen Fregatten ein Arsenal an weit reichenden und schweren Waffen, darunter ein neues schweres Seezielgeschütz (Kaliber 127 Millimeter) und einen Flugkörper (TRBS15). Die zweite Fregatte für Algerien wurde jetzt ausgedockt. Der Bau dieses Schiffes mit der Kennung „911“ dauerte von der Kiellegung bis zum Ausschwimmen im Trockendock 7 der Werft TKMS exakt ein Jahr. Eine Zeitspanne, die für Kriegsschiffe dieser Größe eine Rekordzeit darstellt.

Stetig mehr Mitarbeiter

 Den Bau der algerischen Fregattenrümpfe vergab ThyssenKrupp ebenfalls im Unterauftrag an GNY. Nobiskrug hatte die ehemaligen Schiffbaubereiche der Werft HDW Gaarden GmbH übernommen. Die Ausrüstung und Erprobung der algerischen Fregatten erfolgt jedoch durch ThyssenKrupp Marine Systems. Die erste Fregatte wurde im Dezember 2014 ausgedockt und im August zur Endausrüstung an TKMS übergeben. Die Ablieferung an Algerien ist im Frühjahr geplant. Das Land hat außerdem Aufträge im Wert von über zwei Milliarden Euro auch noch an Werften aus China, Russland und Italien vergeben. Italien liefert Algerien einen Hubschrauberträger.

 Auch die Werft TKMS hat einen Hubschrauberträger im Angebot. Gegenwärtig ist die Werft aber mit insgesamt 22 Korvetten, Fregatten und U-Booten mehr als ausgelastet. Die Zahl der Mitarbeiter wurde in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Das TKMS-Auftragsvolumen nähert sich der Marke von neun Milliarden Euro. Allein sieben Milliarden entfallen auf den U-Bootbau. Damit die Werft auch über das Jahr 2020 hinaus für neue Großaufträge gerüstet ist, wird umgebaut: Im bislang zum Bau von Megajachten und Fregatten genutzten Hallendock 7 entsteht eine neue Fertigungsstraße für U-Boote. Außerdem hat Werftchef Andreas Burmester ein 50 Millionen Euro teures Modernisierungsprogramm angestoßen, das TKMS die Spitzenposition beim Bau konventioneller U-Boote auf Jahre sichern soll.

 Der Umbau der Kieler Werft soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Größere Hallen, eine neue Pier und eine große Bohr- und Fräsanlage für den Bau von Rumpfsektionen und Torpedorohren werden angeschafft. Alle Sektionen für U-Boote sollen künftig noch sehr viel effizienter gebaut werden. „Das machen wir, um uns auf die Märkte von morgen vorzubereiten“, sagte Burmester am Rande der U-Bootmesse Subcon im September.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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