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Erfolg als Schiffszulieferer

Gebrüder Friedrich Erfolg als Schiffszulieferer

Auf den Feldern der Schiffsreparatur und der Elektrotechnik hat sich die Firmengruppe Gebrüder Friedrich aus Kiel längst als Größe in der deutschen Schiffbaulandschaft etabliert. Nun arbeitet das Familienunternehmen an einem weiteren Standbein.

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Bei der Schiffsreparatur und der Schiffselektronik ist die Werft Gebr. Friedrich in Friedrichsort bereits eine feste Größe. Jetzt kommt der Stahlbau dazu.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Jetzt gibt es neben dem Stammsitz der Gebr. Friedrich Schiffswerft in Kiel-Friedrichsort und der Gebr. Friedrich Industrie- und Elektrotechnik in Kiel-Wellsee noch eine dritte Adresse in Kiel. Das inhabergeführte Familienunternehmen hat den neuen Geschäftsbereich Metallbau in Friedrichsort aufgebaut. „Damit können wir uns als mittelständisches Unternehmen breiter aufstellen und auf die Nachfragen aus dem Markt reagieren“, sagt Klaus Birr, Geschäftsführer der Werft. Die Erweiterung wurde durch die Übernahme der Fertigungsanlagen und des Personals der Kieler Firma Northern Ship Technology (NST) kurzfristig möglich.

 Die bisherige Fertigungsstätte der Firma NST in der Redderkoppel in Friedrichsort besitzt aber für die zukünftigen Projekte der Gebr. Friedrich Metallbau nicht ausreichend Kapazitäten. Auf der Suche nach einem größeren Standort für die Tochter in Wassernähe wurde das Unternehmen im Gewerbepark an der Kieler Förde zwischen dem Leuchtturm Friedrichsort und der Firma Caterpillar fündig. Ende März startete Gebr. Friedrich Metallbau dort in einer Fertigungshalle mit 1500 Quadratmetern, in der zuvor ein Lokhersteller produziert hatte. „Dieser Standort ist für unsere zukünftigen Projekte optimal. Die Verkehrsanbindung ist gut, und die Infrastruktur erlaubt uns viele Möglichkeiten für die Zukunft“, sagt Geschäftsführerin Katrin Birr.

 Zur Ausstattung gehören ein 20-Tonnen-Kran, eine Kaianlage an der Förde und Anschlüsse für moderne Fertigungstechniken. In der Produktion arbeiten zehn Mitarbeiter, die zuvor bereits bei NST beschäftigt waren und über alle erforderlichen Qualifikationen für die Metallverarbeitung verfügen. Zum Portfolio des neuen Geschäftsbereichs gehört die Fertigung von Konstruktionen aller Art in Stahl, Aluminium und Edelstahl, etwa Bauteile für Schiffsneubauten oder Ausrüstungskomponenten für Schiffsumbauten. Gebr. Friedrich will nach dem Vorbild der erfolgreichen Elektrotechnik-Firma ausschließlich als Zulieferer agieren. „Wir haben erkannt, dass es genau auf diesem Markt einen großen Bedarf gerade hier in Schleswig-Holstein gibt“, sagt Katrin Birr.

 Im Fokus stehen dabei zunächst Zulieferungen für die Werften im Raum Kiel und Rendsburg. Die Fertigungsanlagen am neuen Standort erlauben aber auch den Bau von Komponenten und die Zulieferungen für andere deutsche Werften zwischen Wolgast und Papenburg. Dabei ist das Betätigungsfeld aus Sicht von Katrin Birr klar abgegrenzt. „Der Einstieg in den Schiffsneubau ist nicht geplant. Wir wollen Zulieferer und maritimer Dienstleister für die anderen Werften in der Region sein“, sagt Katrin Birr. Bedarf für Zulieferungen von Schiffsausrüstungsbauteilen und anderen Konstruktionen gibt es im Raum Kiel und Rendsburg derzeit reichlich. Die Werften TKMS, Lürssen und Nobiskrug sind über Jahre ausgelastet.

 Die Firmengruppe Gebr. Friedrich ist seit 1921 im Familienbesitz und wird heute in dritter und vierter Generation von Klaus Birr und Tochter Katrin Birr sowie Schwiegersohn Christian Birr geführt. Zum Führungsteam gehören außerdem Prokurist Gerd Thomsen und Vertriebsleiter Thomas Müller. Zu den Kunden der Werft zählen Behörden und die Marine, Reeder von Fahrgast- und Küstenschiffen sowie Jachteigner. Darüber hinaus arbeitet die Werft mit ihren Teams auch außerhalb von Kiel, wie beispielsweise auf Kreuzfahrtschiffen der Reederei Aida Cruises. Die Gebr. Friedrich Industrie- und Elektrotechnik ist Partner von Werften wie TKMS, Lürssen, Tamsen und der Norderwerft. Die Werftgruppe beschäftigt rund 150 Mitarbeiter am Standort Kiel. 2021 feiert die Schiffswerft ihr 100-jähriges Bestehen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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