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Rewe macht Fortschritte

Geplante Coop-Übernahme Rewe macht Fortschritte

Edeka kommt mit der Übernahme von Kaiser's Tengelmann nicht voran. Dass es auch anders geht, zeigt Konkurrent Rewe. Für die Kölner scheint die Übernahme der Sky-Supermärkte in greifbare Nähe gerückt - dank Zusagen an das Bundeskartellamt.

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Rewe macht Fortschritte bei seinen Plänen zur Übernahme der rund 200 Sky-Supermärkte des norddeutschen Regionalanbieters Coop.

Quelle: hfr

Bonn/Köln/Kiel . Die Verschmelzung der Kieler Coop eG mit dem Rewe-Konzern ist ein Stück wahrscheinlicher geworden. In einer vorläufigen Einschätzung hat das Bundeskartellamt am Montag signalisiert, dass es unter Auflagen einer Übernahme der rund 200 Sky- und Plaza-Märkte durch den Kölner Handelsriesen zustimmen könnte. „Wir freuen uns über die positiven Signale“, teilte Coop-Sprecherin Rebecca Schulz mit.

Das Kartellamt hat insgesamt 45 regionale Markträume, vor allem in ländlichen Gebieten, analysiert. Laut den Prüfern würde es in acht davon bei einer Fusion ohne Gegenmaßnahmen zu einer Behinderung des Wettbewerbs kommen. In Hamburg wurden zudem sieben Stadtbezirke untersucht, hier halten die Kartellwächter zwei Bezirke für kritisch. Wo sich diese Filialen konkret befinden, wollte das Amt im laufenden Verfahren nicht kommentieren.

Botschaft hätte schlimmer ausfallen können

„Rewe und Coop haben allerdings zur Beseitigung der Wettbewerbsprobleme bereits Zusagenangebote zum Verkauf von Standorten an andere Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels angekündigt, die die wettbewerblichen Probleme voraussichtlich beseitigen können“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. „Dies wird im weiteren Verfahren zu prüfen sein.“

„Unsere Einschätzung, dass es zu einer Genehmigung mit geringen Auflagen kommen wird, ist damit bestätigt“, so Rebecca Schulz. Rewe-Sprecher Martin Brüning nannte eine Lösung „kurzfristig realisierbar“. Laut den Handelskonzernen würden sich die Umsatzeinbußen durch Geschäftsabgaben im einstelligen Prozentbereich bewegen.

Für die Gewerkschaft Verdi hätte die Botschaft schlimmer ausfallen können. „Wir können positiv bewerten, dass der Weg nun weitergegangen wird und damit möglicherweise Arbeitsplätze abgesichert werden“, sagte Sprecher Frank Schischefsky. Gleichwohl werde die Gewerkschaft nun genau beobachten, von wie vielen Supermärkten sich Coop tatsächlich trennen müsse und was das für die Jobs vor Ort bedeute. Coop beschäftigt rund 9800 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. „Jeder Standort und damit jeder Mitarbeiter ist für uns ein hohes Gut, das es in der genossenschaftlichen Verpflichtung der Coop zu schützen gilt“, betonte Schulz.

Kartellamt untersagte Fusion

Für die Konsumgenossenschaft ist die Fusion mit Rewe überlebenswichtig. Knapp 1,26 Milliarden Euro Umsatz hat Coop im Geschäftsjahr 2015 gemacht. Das waren 1,3 Prozent (17,1 Millionen) weniger als im Vorjahr. Der operative Verlust lag bei 7,6 Millionen Euro. Als sie die Geschäftszahlen vorstellten, hatten die Vorstände Thorsten Tygges und Rüdiger Kasch deutlich gemacht, dass das Unternehmen ohne starken Partner auf dem Markt nicht mehr bestehen kann. Geplant ist daher eine Betreibergesellschaft namens Supermarkt Nord GmbH & Co. KG mit Sitz in Kiel. Rewe soll 55 Prozent der Anteile halten, Coop 45 Prozent.

Auf den Beschaffungsmärkten – also dort, wo Rewe und Coop einkaufen – sieht das Kartellamt bei einem solchen Zusammenschluss keine „erhebliche Behinderung effektiven Wettbewerbs“. Weil die beiden Unternehmen bereits seit 2007 beim Einkauf zusammenarbeiten, beschafft Coop schon jetzt rund 70 Prozent seiner Waren über diese Kooperation. Das eigenständige Beschaffungsvolumen des Kieler Unternehmens liege bei einem Anteil von unter 0,5 Prozent am gesamten Beschaffungsvolumen des deutschen Lebensmittelhandels. Bei der Einkaufsmacht spielt Coop damit keine große Rolle.

Die Wettbewerbsbehörde unterstrich, dass sie inhaltlich die gleiche Prüfung vorgenommen habe wie im Fall Edeka/Tengelmann. Dort untersagte das Kartellamt allerdings eine Fusion. Rewe und Coop sowie die beigeladenen Unternehmen Edeka und Tengelmann können nun bis zum 16. August Stellung zu den Einschätzungen nehmen. Bis zum 19. September soll dann eine Entscheidung fallen.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Bald im Besitz von Rewe: Das Kartellamt hat die Übernahme des Einzelhandelsriesen Coop genehmigt.

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme des norddeutschen Lebensmitteleinzelhändlers Coop durch Rewe freigegeben – allerdings nur unter Auflagen. In acht regionalen Märkten sowie zwei Hamburger Stadtbezirken hätte die Übernahme der Coop-Filialen durch Rewe zu einer Behinderung des Wettbewerbs geführt.

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