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Streit um Aldi-Stiftung geht in eine neue Runde

Gerichtsurteil Streit um Aldi-Stiftung geht in eine neue Runde

Im Dezember hatte das Verwaltungsgericht Schleswig ein Urteil gesprochen. Doch nun zeichnet sich ab: Der seit Jahren schwelende Familienstreit bei Aldi Nord geht in eine neue Runde.

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Milliardenschweres Discounter-Imperium mit rund 2400 Filialen: Aldi Nord.

Quelle: Sven Janssen

Schleswig/Nortorf. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde als beklagte und in wesentlichen Teilen unterlegene Stiftungsaufsicht hat beim Oberverwaltungsgericht Schleswig Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.

Das Thema ist komplex, es geht um sensibles Familienstiftungsrecht, um Macht und natürlich um viel Geld. In dem Konflikt um den Einfluss bei der von Berthold Albrecht gegründeten „Jakobus-Stiftung“ mit Sitz in Nortorf hatten die Töchter des 2012 verstorbenen Sohnes von Aldi-Nord-Gründer Theo Albrecht senior den Kreis Rendsburg-Eckernförde vor Gericht gezogen. Im Dezember hatte das Gericht die Position der Kinder sowie der Witwe Berthold Albrechts klar gestützt – und die seines Bruders Theo Albrecht geschwächt. „Der Versuch der Familie von Theo Albrecht junior, auf die Stiftung seines verstorbenen Bruders Einfluss zu gewinnen, ist damit vorerst gescheitert“, lautete damals das Fazit eines Kenners der Verhältnisse im Reich von Aldi Nord.

 Dem Dezember-Urteil zufolge ist eine Ende 2010 vom damaligen Vorstand beschlossene und dann vom Kreis abgesegnete Satzungsänderung, die den Einfluss Theos sowie des Aldi-Verwaltungsrates in Essen auf die Jakobus-Stiftung gestärkt hatte, aufgrund einer fehlerhaften Vertretungsregelung unwirksam. Damit nun könnten die Erben Bertholds frei über die Besetzung des Stiftungsvorstandes entscheiden. Der wiederum hat das Sagen, wenn es darum geht, wie viel Geld an die Familienangehörigen ausgeschüttet wird und wie viel im Unternehmen verbleibt.

 Durch den Schleswiger Prozess waren die zuvor höchst diskret behandelten Eigentumsverhältnisse bei Aldi Nord ins Licht der Öffentlichkeit geraten. Wie berichtet, halten insgesamt drei Familienstiftungen mit Sitz in Nortorf sämtliche Anteile am Discounter-Imperium Aldi Nord mit seinen rund 2400 Filialen, gut 28000 Mitarbeitern und einem Deutschland-Umsatz von etwa zwölf Milliarden Euro. 1973, also zwei Jahre nach seiner spektakulären Entführung, hatte Aldi-Nord-Gründer Theo Albrecht senior in Nortorf die Markus-Stiftung gegründet, um sein Unternehmensvermögen langfristig vor Verkauf oder Erbstreitigkeiten zu schützen. Dieser Stiftung – später kamen die Lukas-Stiftung von Sohn Theo und die aktuell umkämpfte Jakobus-Stiftung von Berthold hinzu – gehören nicht nur 61 Prozent der Anteile an Aldi Nord, sondern auch 100 Prozent an der US-Lebensmittelkette Trader Joe’s mit rund 470 Filialen, 10000 Mitarbeitern und umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro Jahresumsatz.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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