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Puschen für alle

Gettorfer Kleinunternehmer Puschen für alle

Freunde und Banken waren skeptisch. Geld mit Lederpuschen verdienen? Marc und Sabine Holst aus Gettorf wagten den Schritt und setzten ihre Geschäftsidee um. Vor sieben Jahren nähten sie ihre ersten „Sternpuschen“ im eigenen Wohnzimmer, inzwischen liegt der Jahresumsatz laut Holst bei rund 200 000 Euro.

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Es gibt kaum etwas, das nicht auf die Puschen gestickt werden kann: Marc und Sabine Holst sind ins Gettorfer Gewerbegebiet umgezogen, um die große Nachfrage befriedigen zu können.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Der 42-jährige Inhaber bezeichnet den Kleinbetrieb als bundesweit zweitgrößten Lederpuschen-Hersteller, der bis zu 200 Paar pro Woche produziert.

Im Raum rattert eine Nähmaschine, ein Bügeleisen dampft. Mitte November ist der Betrieb aus einem 30-Quadratmeter-Schuppen ins Gettorfer Gewerbegebiet Ravensberg umgezogen. „Die alten Räume waren zu klein“, erklärt Marc Holst. Herstellung, Verkaufsfläche und Büro erstrecken sich nun über 170 Quadratmeter. Das Ehepaar beschäftigt eine Angestellte, zudem packen die Mütter des Ehepaares mit an. „Wenn es weiterhin gut läuft, stellen wir eventuell noch eine zusätzliche Kraft ein“, berichtet Sabine Holst.

Bald lief die Nähmaschine rund

Wie entstand die Geschäftsidee? Ihre Mutter verkaufte Lederpuschen in einem Second-Hand-Laden. „Die müsste man selbst herstellen“, dachte Marc Holst. Der gelernte Bürokaufmann war zu der Zeit gerade arbeitslos. Anfangs erschienen die Voraussetzungen schlecht, denn es gab weder einen Kredit von der Bank, noch konnte das Ehepaar nähen. Doch seine Eltern leisteten eine Anschubfinanzierung – und mit der Nähmaschine freundeten sich die Jungunternehmer bald an. Gleich im ersten Monat entstanden im Wohnzimmer 85 Paar Lederpuschen.

Die Ware wurde zunächst über das Internetauktionshaus Ebay vertrieben. So kam das Geschäft tatsächlich in die Puschen. Dann investierte Marc Holst in eine Computersoftware. Überwiegend läuft der Handel nun über das eigene Online-Shopping-Portal, wo die Kunden ihre Lederpuschen (Schuhgröße 16 bis 50, nach Absprache auch größer) individuell gestalten können. „Wir haben 35 Milliarden Möglichkeiten“, rechnet Marc Holst mit Blick auf Farbe, Motive und Leder vor. Auf Wunsch verwertet Sternpuschen sogar Eigenkreationen der Kunden.

Reines Leder aus Europa

Und das Material? „Es stammt aus Europa“, betont der Geschäftsinhaber, „und ist reines Leder.“ Es sei mindestens einen Millimeter dick und somit strapazierfähig. „Darin können Kleinkinder problemlos über den Fußboden krabbeln“, betont seine Frau. Sie verwenden Glatt-, Anilin-, Wild- und Lammfellleder. In der Produktion setzt die Firma mittlerweile fünf Industrienäh- und Stickmaschinen ein. Zudem erspart ihnen eine Stanzmaschine viel Zeit- und Arbeitsaufwand, weil, das mühsame Zuschneiden entfällt. „Wir konnten in diesem Jahr endlich mal Urlaub machen“, sagt Sabine Holst.

Die Produktionsmenge liegt ihrem Mann zufolge nun bei etwa 150 Paar Lederschuhen pro Woche, in „Stoßzeiten“ wie Weihnachten, Ostern oder Kita-Start sogar bei 200 Paar. Sternpuschen beliefert bundesweit Schuh- und Babygeschäfte. Ein Paar Lederpuschen gibt es ab 20 Euro. Zudem hat die Firma unter anderem Lätzchen, Krabbeldecken, Kapuzenhandtücher und Turnbeutel im Sortiment.

Die Firma Sternpuschen präsentiert am 27. und 28. November, jeweils von 9 bis 18 Uhr, ihre neuen Räume im Ravensberg 24 in Gettorf.

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