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Visitenkarten aus Glas und Stahl

Gewerbearchitektur Visitenkarten aus Glas und Stahl

Moderne Gewerbebauten müssen heute mehr bieten als reine Zweckerfüllung zum kleinen Preis. Egal ob Stahlbauunternehmen oder Bürobau – intelligente Architektur signalisiert Kunden und Mitarbeitern, dass sie willkommen sind. Als Visitenkarte aus Stein, Glas und Stahl prägen sie das Bild des Unternehmens.

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Viel Glas für lichte Innenräume: Geschäftsführer Philipp Murmann vor dem Zöllner-Bau in Kiel-Neumeimersdorf.

Quelle: Joachim Wielding

Kiel/Felde. Edelstahl! Ein Unternehmen, das als erste Adresse im Metallbau gilt, darf dies ruhig nach außen zeigen. Als Firmenchef Wulf Kroglowski den Neubau seiner Fertigungshalle samt Büros und Mitarbeiterräumen im Gewerbegebiet Felde plante, stand für ihn fest: „Das Gebäude muss einfach schön werden. Die Skandinavier machen es uns vor: Sie legen großen Wert auf einladende und intelligent geplante Gewerbebauten“, erzählt der 60-Jährige, der mit 73 Mitarbeitern und einem modernen Maschinenpark Präzisionsprodukte für Industriekunden fertigt – von Großkomponenten für Biogasanlagen bis zu Wohnwagen-Chromleisten. Klare Sache für den Branchenführer im Norden, dass die klar strukturierte Fassade des 3,8 Millionen Euro teuren Neubaus metallisch in der Sonne funkelt: zweifarbig Silber-Anthrazit und damit als Werbeträger in eigener Sache.

Die Wirkung guter Gewerbearchitektur wird noch immer von vielen Unternehmern unterschätzt. „Die Geschäftsbeziehung ist nicht eine rein ökonomische Verbindung. Diese persönliche Begegnung, die im Internet-Zeitalter in Zukunft eine besondere Qualität haben wird, findet im repräsentativen Gebäude des Unternehmens statt“, erläutert der Lübecker Architekt und emeritierte Professor Georg Conradi. Hinzu komme, dass Gebäude mit hohen ökologischen Standards signalisieren: Hier übernimmt eine Firma gesellschaftliche Verantwortung. Auch für die Mitarbeitermotivation sei gute Architektur förderlich, meint Conradi: „Was ist besser für ein Unternehmen, als sich neuen Mitarbeitern mit einem dynamischen, innovativen Gebäude zu präsentieren?“

Die Mitarbeitermotivation steht auch für den Signaltechnikhersteller Zöllner in Kiel-Neumeimersdorf ganz oben. „Wir haben unseren Neubau 2009 mit viel Licht, warmen Materialien wie Holz und mit einem transparenten, begrünten Innenhof gestaltet“, berichtet Geschäftsführer Philipp Murmann. Schon von außen soll das üppig verglaste, gelb-silberfarbene Gebäude den hohen Qualitätsanspruch des wachsenden Unternehmens signalisieren. Während im Erdgeschoss die Produktion und ein Schalllabor untergebracht sind, arbeiten die Kollegen von Verwaltung und Entwicklung ein Geschoss darüber. „Wir haben bei der Planung besonders die Kommunikationsräume berücksichtigt: In den besonders gestalteten Teeküchen etwa treffen sich viele Mitarbeiter zum Austausch“, berichtet Murmann.

Weil das Unternehmen ständig wächst und inzwischen 150 Mitarbeiter in Kiel beschäftigt, sollte die Raumaufteilung flexibel sein. „Wir haben möglichst offene Räume geschaffen und im Bürobereich Leichtbauwände verwendet, so dass wir Umgestaltungen schnell vornehmen können“, erklärt der Chef. Weil das angesichts der hervorragenden Auftragslage von Zöllner nicht ausreicht, wird nebenan schon wieder gebaut: „Zusätzliche Lagerflächen und Schulungsbereiche mit großen Gruppenräumen entstehen im Neubau, der über eine Brücke mit dem Hauptgebäude verbunden wird“, kündigt Murmann an. Nach einem Dreivierteljahr Bauzeit will Zöllner im April 2016 den Einzug feiern. Selbstverständlich passt sich die Architektur nahtlos in die bestehende Visitenkarte aus Stein, Glas und Holz ein.

Auch beim Stahlbauunternehmen Kroglowski läuft dank voller Auftragsbücher bereits die Planung für eine Erweiterung in Felde. Für den Inhaber war schon bei der Planung 2007 nicht allein die schöne Hülle ausschlaggebend: „Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Maschinenbau der FH Kiel ein Hallenlayout entwickelt, das den Arbeitsablauf und Materialfluss optimal berücksichtigt“, erläutert Kroglowski.

Weil die Maschinen, Arbeitsplätze und Lagerflächen in der Produktionshalle optimal geplant sind, bleiben die Wege der Mitarbeiter kurz. Die Bereiche Materialeingang und Warenausgang sind als befahrbare Kalthallen sinnvoll in das Layout eingepasst. „Um den Mitarbeitern möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten, haben wir viel in die Akustik und den Lärmschutz investiert“, sagt der Firmengründer. Und so kommt es, dass intelligente Gewerbearchitektur im Falle Kroglowski nicht nur gut aussieht – sondern auch noch angenehm klingt.

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