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Teilzeit-Arbeit im Norden auf Rekordhoch

Gewerkschaft alarmiert Teilzeit-Arbeit im Norden auf Rekordhoch

Immer mehr Schleswig-Holsteiner arbeiten in Teilzeit, als Leiharbeiter oder Mini-Jobber: Mit einem Anteil von 43,3 Prozent an der Gesamtbeschäftigung liegt der Norden laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung auf einem Spitzenplatz. Gewerkschafter und Politiker sind alarmiert.

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Gerade in der Einzelhandelsbranche arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit oder als Mini-Jobber.

Quelle: Angelika Warmuth

Kiel. „Der unbefristete Vollzeit-Job muss wieder zum Normalfall werden“, forderte beispielsweise IG-Bau-Bezirkschef Arno Carstensen. Für Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) ist das Studienergebnis keine Überraschung: Gerade Berufstätige mit geringer Qualifikation arbeiteten häufiger in sogenannten atypischen Arbeitsverhältnissen. „Deshalb müssen wir verstärkt in Bildung investieren, auch um den zunehmenden Fachkräftebedarf decken zu können.“ Einem gesetzlich verankerten Anspruch für Teilzeitbeschäftigte auf Vollzeitstellen erteilte der Minister eine Absage: „In Zeiten von Fachkräftemangel haben die Unternehmen ein Interesse, auch in Vollzeit einzustellen.“

SPD kritisiert Arbeitsmarktpolitik der Koalition

In der Landesregierung hätten die von atypischer Beschäftigung betroffenem Menschen keinen Verbündeten, glaubt dagegen der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck: „Der Begriff gute Arbeit kommt mit keiner Silbe im Koalitionsvertrag vor. Und prekäre Arbeitsverhältnisse von heute führen in die Altersarmut von morgen.“ Mit „großer Sorge“ beobachtet auch DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Hornschu die Zunahme atypischer Beschäftigung, die in Kiel mittlerweile einen Höchststand von 45 Prozent erreicht. „Wir wollen gemeinsam mit Kooperationspartnern am Masterplan gute Arbeit arbeiten – zunächst in der Landeshauptstadt, dann aber im weiteren DGB-Bezirk Kiel.“ Ziel sei es, mit positiven Beispielen zu zeigen, dass damit keine Wettbewerbsnachteile für Unternehmen bestehen würden.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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