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Gewerkschafter kritisiert TKMS-Führung

Kiel Gewerkschafter kritisiert TKMS-Führung

Nach dem gescheiterten Milliardenauftrag für australische U-Boote gibt es Unruhe bei ThyssenKrupp Marine Systems. Während der Mutterkonzern die Werftensparte strukturell überprüfen will, äußert die IG Metall massive Kritik an der TKMS-Geschäftsführung.

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Nach dem gescheiterten Milliardenauftrag für australische U-Boote gibt es Unruhe bei ThyssenKrupp Marine Systems.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Kiel/Essen. Der IG-Metall-Funktionär und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Marines Systems (TKMS), Peter Seeger, hat deutliche Kritik an der Unternehmensführung geübt. „Ich erwarte von der Geschäftsführung eine bessere Planung und Abarbeitung der vorhandenen Aufträge und für die Zukunft eine deutlich bessere Kostenkalkulation“, sagte Seeger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Geschäftsführung müsse ihren Job besser machen, sagte der Chef der IG Metall Kiel-Neumünster.

Eine TKMS-Sprecherin wollte sich nicht zu der Kritik äußern und verwies auf eine Stellungnahme vom Vortag. Demnach will der Mutterkonzern ThyssenKrupp prüfen, ob die Werftensparte TKMS strukturell richtig aufgestellt ist. „Hierzu gibt es erste Überlegungen, die sich noch in einem frühen Stadium befinden.“ Dieser Schritt sei unabhängig von der aktuellen Auftragslage beschlossen worden.

Die „Welt am Sonntag“ hatte aus einem internen Papier der TKMS-Geschäftsführung an die Mitarbeiter zitiert: Bereits in wenigen Monaten würden demnach die Werften in Kiel, Hamburg und Emden in ein Auslastungstief fallen.

Im April hatte der Konzern das Rennen um einen Auftrag für den Bau von zwölf australischen U-Booten gegen französische Konkurrenz verloren - der Rüstungsdeal soll einen Wert von 35 Milliarden Euro haben.

„Es gibt keine Not, über Entlassungen oder Personalmaßnahmen nachzudenken, diese Diskussion gibt es gar nicht“, sagte Seeger. Dass der Konzern seine Sparten überprüfe, sei doch klar. „Wir haben keine Informationen über einen geplanten Verkauf oder anderes.“ In Kiel hat TKMS laut Seeger etwa 2700 Mitarbeiter, in Emden knapp 400 und in Hamburg etwa 600.

Auf den TKMS-Werften gibt es laut Seeger unterschiedlich ausgelastete Bereiche. Die Produktion in der Kieler Werft - dort werden U-Boote gebaut - sei bis zum Jahr 2020 ausgelastet. Dagegen fehlten im Überwasserbereich, der Fertigung von Fregatten zum Beispiel, in absehbarer Zukunft Aufträge. Perspektivisch gelte dies auch für den Konstruktionsbereich. Man dürfe nicht einzelne Werften-Standorte isoliert sehen, sondern TKMS als ein Unternehmen, betonte Seeger.

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