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Nachwuchs präsentiert seine Denkanstöße

Global Economic Symposium Nachwuchs präsentiert seine Denkanstöße

Während sich im Hotel Atlantic die Tonangeber von heute beim Global Economic Symposium (GES) Gedanken über das Leben und Wirtschaften der Zukunft machen, tun dasselbe seit Montag und auch noch am Dienstag etwa 300 Entscheider von morgen im Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Wirtschaft.

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Etwa 300 Jugendliche aus Schleswig-Holstein sind beim Young Economic Symposium im RBZ Wirtschaft dabei.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Das Young Economic Symposium (YES) hat damit größere Dimensionen denn je angenommen. Eine Welt, in der die Menschen genug zu essen haben, genug Bildung genießen, ordentlich mit ihresgleichen, ihrer Umwelt, ihren Finanzsystemen umgehen: Diese Thematik prägt die Diskussionen der jungen wie der arrivierten Ökonomen. Und geredet wird dabei nicht nur nebeneinander her, sondern auch miteinander. Nicht nur, dass das für GES federführende Institut für Weltwirtschaft zusammen mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) und der Joachim Herz Stiftung auch das Nachwuchs-Symposium organisiert. Alle 15 teilnehmenden Schulen hatten zur Vorbereitung über Monate hinweg auch Austausch mit Kieler Wirtschaftswissenschaftlern gepflegt, ihre Ideen und Konzepte immer wieder kritisch hinterfragt und verfeinert und dabei zugleich aber der anderen Seite Denkanstöße gegeben.

 Auf der aktuellen Tagung werden die Vorträge außerdem mit Experten diskutiert, die beim großen GES dabei sind. So hatten es zum Auftakt die Vertreter des gastgebenden RBZ Wirtschaft mit Stefan Thewissen von der Universität Oxford und Jos Verbeek von der Weltbank zu tun. „Ein sehr, sehr guter Vortrag“, kommentierte Thewessen den Beitrag der einzigen beruflichen Schule im Teilnehmerfeld. Was nicht als bloße Höflichkeit abgetan werden kann, weil das Duo ebenso wie die anderen Experten immer wieder kritisch nachhakte.

Global Economic Symposium vom 12. bis 14. Oktober 2015 im Kieler Hotel Atlantic.Diskutierten über die Frage "Is Debt Poisonous?: Nobelpreis-Preisträger Prof. George Akerlof, Georgetown University (USA).

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 Im konkreten Fall ging es darum, dass hierzulande Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern äußerst geringe Chancen haben, einen höheren Schulabschluss zu erreichen und daher ihre Karrieren denen von Akademiker-Kindern weit hinterherhinken. Sehr früh große Anstrengungen unternehmen, um gleichermaßen die Kinder und ihre Eltern zu fördern, lautet die Idee des RBZ-Teams, das dazu umfangreich ausgestattete Familienzentren fordert. Das stieß zwar aufs Wohlwollen der beiden Experten, führte aber dennoch zu kritischen Dialogen, etwa darüber, wie der Erfolg solcher Angebote überhaupt messbar sei, wie es ums Verhältnis von Aufwand und Ergebnis bestellt sei und ob sich der Staat mit derlei Initiativen womöglich nicht zu paternalistisch gebärde.

 Das Gymnasium Wellingdorf und die Humboldt-Schule Kiel widmeten sich in jeweils eigenen Projekten dem globalen Problem der Müllberge. Am Beispiel von Plastiktüten taten das die einen, am Beispiel von Smartphones die anderen. Dabei wählten sie unterschiedliche Strategien und plädierten in der Tüten-Frage für ein Modell, das auf die lenkende Wirkung von Abgaben setzt, während für Smartphones ein System lizenzierter Dienstleister entworfen wurde, das sowohl die Reparatur als auch die Nachrüstung der Geräte sehr einfach macht. Mit Andy Ridley von der niederländischen Firma Circle Economy und Chris Crozier vom südafrikanischen Unternehmen Redisa fanden sich auch für dieses Thema zwei Experten, die mit dem Nachwuchs diskutierten. Beteiligt am Young Economic Symposium sind 15 schleswig-holsteinische Schulen mit rund 250 Jugendlichen. Hinzu kommen weitere 50 Beobachter aus Schulen in Deutschland und einer aus der Türkei.

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