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Kortüm kaufte Millionen-Jacht nach Schuldenerlass

HSH Nordbank Kortüm kaufte Millionen-Jacht nach Schuldenerlass

Sein Name ging bereits in der vergangenen Woche durch die Medien: Nach dem Schuldenerlass durch die HSH Nordbank kaufte sich der Hamburger Reeder Bernd Kortüm eine mehrere Millionen Euro teure Jacht.

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Betriebswirt, Reeder und Manager: Bernd Kortüm, geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe Norddeutsche Vermögen.

Quelle: Ullstein bild

Hamburg/Palma. Der Jachthafen von Palma de Mallorca ist der Laufsteg der Reichen und Schönen. Häufiger als anderswo im Mittelmeer weht dort auch die deutsche Flagge, entweder am Heck oder Mast. Palma ist eines der Domizile für wohlhabende deutsche Jachtbesitzer. Zu ihnen gehört auch der Hamburger Manager Bernd Kortüm. Ende September hat der geschäftsführende Gesellschafter der Norddeutschen Vermögen Holding ein neues Schiff gekauft. Dabei handelt es sich laut „ Spiegel“ um die „Alithia“, eine edle 40-Meter-Segeljacht mit allem Komfort. Pikant: Die HSH Nordbank hatte Kortüms Norddeutscher Reederei H. Schuldt zuvor Schulden von mehr als einer halben Milliarde Euro erlassen.

 Die „Alithia“ wurde 2002 auf der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder an der Weser gebaut. Die Aluminium-Jacht hat Platz für bis zu zehn Passagiere und eine sechsköpfige Crew. An Bord gibt es für die Gäste fünf Kabinen im vorderen Bereich, eine luxuriöse Lounge und viel Platz auch für Familien. Zwei Eigner hatte die Jacht bereits, als sie im Sommer zum Preis von 8,7 Millionen Euro wieder zum Verkauf stand. Die Jacht verfügt über einen 49 Meter hohen Mast aus Kohlenstofffaser, der sogar den Hauptmast der „Gorch Fock“ um vier Meter überragt. Für die Fahrt ohne Segel besitzt die „Alithia“ einen MTU-Dieselmotor mit 570 PS.

 Kortüm sagte dem „Spiegel“, er habe „deutlich weniger als die Hälfte“ des aufgerufenen Preises bezahlt. Der Hamburger sprach von einem „absoluten Schnäppchen“. Die Frage, ob es nicht unanständig sei, ein solches Schiff zu kaufen, nachdem ihm mehr als 500 Millionen Euro Schulden erlassen wurden, finde Kortüm unsinnig, schreibt der „Spiegel“. Er habe auf dem Höhepunkt der Schifffahrtskrise „ein deutlich teureres, jüngeres Schiff verkauft“, argumentierte der Hamburger.

 Grund für den relativ niedrigen Preis ist das große Angebot an neuen Luxusjachten. Mit 14 Dienstjahren gehört die „Alithia“ bereits zu den betagten Schiffen der Branche, ähnlich wie ein Teil von Kortüms Containerschiffsflotte. Die Übergabe der „Alithia“ ist nach Informationen aus der Szene in Palma erfolgt.

 Zu den wirklich protzigen Jachten gehört Bernd Kortüms Neuanschaffung auf Mallorca nicht. Im Vergleich zu den 150 größeren Jachten in Palma ist die 39,8 Meter lange „Alithia“ eher Mittelklasse. Die großen Luxusschiffe fangen dort ab einer Länge von 50 Metern an. Auch im deutschen Vergleich liegt Kortüm mit seiner „Alithia“ im Mittelfeld. Hier hat der Schrauben-König Reinhold Würth mit seiner 2009 gebauten 85-Meter-Jacht „Vibrant Curiosity“, die derzeit in Neuseeland ist, die Nase vorn.

 An Motorjachten hat Kortüm kein Interesse. Er ist begeisterter Hochseesegler und hat ein Faible für Segeljachten. Der 74-Jährige war bis Anfang 2015 auch Sponsor der 1999 in den USA gebauten Regattajacht „Norddeutsche Vermögen Hamburg“. Die 17-Meter-Jacht nahm an internationalen Regatten teil. Sie befindet sich jetzt im Besitz eines Vereins in Hamburg und segelt unter dem Namen „Broader View Hamburg“.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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