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Halbe Milliarde Euro Schuldenerlass für Großreederei

HSH Nordbank Halbe Milliarde Euro Schuldenerlass für Großreederei

In die Debatte um den Schuldenerlass der HSH Nordbank gegenüber einem einzigen Großkunden kommt Bewegung. Nach Informationen der Kieler Nachrichten handelt es sich bei dem Nutznießer des Forderungsverzichts von mehr als einer halben Milliarde Euro um die Norddeutsche Reederei H. Schuldt aus Hamburg.

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Der Unternehmer Bernd Kortüm steht hinter der Reederei H. Schuldt.

Quelle: Ullstein-Bild/Zapf

Kiel/Hamburg. Dahinter steht als geschäftsführender Gesellschafter der als sehr vermögend geltende Hamburger Reeder und Immobilienunternehmer Bernd Kortüm (74).

Der passionierte Hochseesegler ist über seine Unternehmensgruppe Norddeutsche Vermögen Holding (NV) alleiniger Eigentümer der Reederei. Kortüm hatte die Traditionsreederei Anfang 2000 mit acht Schiffen übernommen, deren Flotte aber mit milliardenschwerer Finanzierungshilfe der HSH Nordbank rasant auf rund 100 Schiffe – überwiegend Containerfrachter – ausgebaut. Durch die weltweite Schifffahrtskrise geriet auch dieses Unternehmen in eine Schieflage und musste die Zahl der Schiff auf knapp die Hälfte reduzieren.

Beide Landesregierungen waren über diesen Schritt informiert. Der Forderungsverzicht ist nach Informationen der Kieler Nachrichten mit einem so genannten Besserungsschein versehen. Das heißt: Sobald die Problemschiffe der Reederei wieder Geld verdienen, kommt dies den Ländern zugute.

Politisch dürfte der Schuldenerlass noch ein turbulentes Nachspiel haben. Am Donnerstag wird sich der Finanzausschuss im schleswig-holsteinischen Landtag mit dem Thema befassen.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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