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HSH Nordbank: Weiterer Abbau von Arbeitsplätzen

500 Jobs in Gefahr HSH Nordbank: Weiterer Abbau von Arbeitsplätzen

Die personell ohnehin schon geschröpfte HSH Nordbank steht vor einem weiteren massiven Arbeitsplatzabbau. Nach Informationen der Kieler Nachrichten will das Unternehmen in den kommenden Jahren insgesamt 80 Millionen Euro einsparen.

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Die personell ohnehin schon geschröpfte HSH Nordbank steht vor einem weiteren massiven Arbeitsplatzabbau.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel/Hamburg. Dabei soll vor allem bei den Personalkosten der Rotstift angesetzt werden – die Rede ist hier von 50 Millionen Euro. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einem Szenario von gut 500 Vollzeitstellen.

In einem Schreiben des künftigen Vorstandschefs Stefan Ermisch an die Mitarbeiter heißt es, das angepeilte Kostenziel von 500 Millionen Euro für die Verwaltung sei „vor dem Hintergrund veränderter Ertragserwartungen nicht mehr realistisch“. Ziel für 2018 seien nunmehr 420 Millionen Euro: „Mit Sachkostensenkungen alleine werden wir dieses Ziel leider nicht schaffen.“

 Die einstige Landesbank, die nach einer Vorgabe der EU bis Februar 2018 verkauft werden muss, hatte 2014 bereits einen Abbau von damals 2600 auf 2100 Stellen angekündigt. Aktuell hat das Institut noch etwa 2300 Stellen, davon etwa 1000 am Standort Kiel.

 Ein Bank-Sprecher bestätigte auf Anfrage einen weiteren Personalabbau, betonte jedoch: „Es gibt definitiv keine Zahl.“ In dem Schreiben Ermischs heißt es: „Wir wollen mit dem Gesamtbetriebsrat zügig über einen neuen Interessenausgleich verhandeln und diesen möglichst noch vor der Sommerpause unter Dach und Fach bringen.“ Verdi warnt den Vorstand „einen Personalabbau durchzupeitschen, um die Bank für den Verkauf aufzuhübschen.“ Gewerkschaftssprecher Frank Schischefsky fürchtet vor allem um die Zukunft des Standortes Kiel. Hier müsse es für die Beschäftigten eine Absicherung über das Jahr 2018 hinaus geben, etwa durch einen Haustarifvertrag.

Kiel und Hamburg gleichberechtigt

 Verdi weist einmal mehr auf den Staatsvertrag zwischen den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein hin. Hier ist festgeschrieben, dass die Standorte Kiel und Hamburg gleichberechtigt sind. Doch in der Vergangenheit, so die Gewerkschaft, sei Kiel bereits überproportional von Personalabbau betroffen gewesen.

 Das Finanzministerium in Kiel wollte sich zu dem erneuten Stellenabbau am Dienstag nicht äußern. Man beteilige sich grundsätzlich nicht an Spekulationen, so ein Sprecher. Der Vorstand der Bank wird am Donnerstag den aktuellen Geschäftsbericht vorstellen.

 Um die Bank zu entlasten, werden die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein über eine Anstalt öffentlichen Rechts dem Institut, wie berichtet, ein Milliarden-Paket problematischer Schiffskredite abnehmen Sollte es nicht gelingen, die HSH bis Februar 2018 zu verkaufen, droht die Abwicklung.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Kommentar

Wie viele Mitarbeiter werden noch gehen müssen bei der HSH Nordbank? 200? 300? Oder sogar 500? Es ist müßig und deprimierend zugleich, über solche Zahlen zu spekulieren. Sicher ist indes: Diese ohnehin so schmerzhaft geschrumpfte Bank wird personell weiter bluten müssen.

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