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HSH Nordbank droht Ramsch-Rating

Bewertungen liegen vor HSH Nordbank droht Ramsch-Rating

Die Rating-Agenturen haben sich ein wenig Zeit gelassen, den Kompromiss zur Zukunft der HSH Nordbank zu prüfen. Jetzt liegen ihre Bewertungen vor. Kurzfristig sehen sie die Einigung durchaus positiv, langfristig aber werden die Aussichten wegen vieler offener Fragen eher negativ beurteilt, so das Urteil von Fitch und Moody’s.

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Die HSH Nordbank in Kiel, rund 1000 Mitarbeiter sind in der Landeshauptstadt bei dem Institut beschäftigt.

Quelle: Sven Janssen

Kiel/Hamburg. Und diese Urteile sind wichtig für die Bank. Denn danach bestimmen sich zu einem großen Teil die Konditionen, zu denen sie sich finanzieren kann. Derzeit liegt die Kreditwürdigkeit der HSH Nordbank knapp über dem Ramsch-Niveau; bei einer Abstufung würden Wertpapiere der Bank nicht mehr als sicher, sondern als spekulativ gelten.

Fitch hat jetzt den Ausblick, also die Einschätzung der künftigen Bonität der HSH Nordbank, von stabil auf negativ abgewertet, während die Agentur die Note für die kurzfristige Bonität sogar leicht angehoben hat. Moody’s bestätigte seine bisherige Einstufung, hob hingegen die Bewertung für den Ausblick leicht an, von „negativ“ auf „sich entwickelnd“.

Die leichte Höherstufung der aktuellen Kreditwürdigkeit begründet Fitch mit der Erwartung, dass sich durch die Übernahme von faulen Krediten durch die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg und den Verkauf am Markt (insgesamt 8,2 Milliarden Euro) sowie die deutliche Senkung der Garantiegebühren (von 400 auf 100 Millionen Euro) die finanzielle Lage der Bank sowie die Gewinnsituation verbessern werden. Beide Maßnahmen sollten auch dazu beitragen, die HSH Nordbank langfristig nachhaltig zu stützen. Aber: Auch nach dieser Entlastung, so Fitch, werde der Anteil der sogenannten „non-performing loans“, also der faulen Kredite, am gesamten Kreditbestand mit mehr als zehn Prozent vergleichsweise hoch bleiben.

Sollte sich in zwei Jahren ein starker Investor für die Bank finden, dann könne es zu einer Aufwertung der Kreditwürdigkeit kommen, schreibt Fitch. Das sei aber nicht ihr „Basisszenario“, erklärt die Ratingagentur. So sei eine Übernahme durch eine andere Landesbank unwahrscheinlich. Denn die Landesbanken könnten das von der HSH Nordbank betriebene Geschäft mit Hypotheken- und Schiffsfinanzierungen sowie Aktivitäten im Bereichen erneuerbarer Energie auch aus eigener Kraft ausbauen. Zudem seien einige Landesbanken selbst noch damit beschäftigt, ihre Altlasten zu bewältigen. Und anderen Käufern dürfte aus Sicht von Fitch die Finanzkraft fehlen, um den gegenwärtigen Rating-Status zu halten. Fitch geht daher derzeit davon aus, dass das Institut danach auf Ramsch-Niveau abrutschten wird und erklärt damit den negativen Ausblick. Nur der finanzielle Rückhalt durch die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, denen die Bank zu 85 Prozent gehört, rechtfertige die bisherige Einstufung.

Der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein, der fünf Prozent der HSH-Anteile hält, erneuerte unterdessen am Donnerstag seine Einschätzung der Vereinbarung mit der EU-Kommission: „Das ist ein gutes Ergebnis, denn es hätte viel schlimmer kommen können“, sagte Verbandspräsident Reinhard Boll. Das Horrorszenario Abwicklung habe im Raum gestanden. „Die Verhandlungen waren bis zum Schluss anscheinend auf des Messers Schneide.“ Boll wollte sich nicht festlegen, ob der Sparkassen- und Giroverband nach dem geplanten Verkauf der Länderanteile an der Bank Miteigentümer bleibt.

So verliefen die letzten Jahre für die HSH Nordbank:

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