8 ° / 4 ° Regen

Navigation:
HSH Nordbank verdient 450 Millionen Euro vor Steuern

Jahresabschluss HSH Nordbank verdient 450 Millionen Euro vor Steuern

Die HSH Nordbank hat im vergangenen Jahr 450 Millionen Euro vor Steuern verdient, nach 278 Millionen Euro im Jahr zuvor. Damit habe die Bank sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu mehr Stabilität und nachhaltiger Profitabilität gemacht, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung des Instituts.

Voriger Artikel
Kussmund auf neuen Routen
Nächster Artikel
Provinzial Nordwest: Gebäudeversicherungen werden teurer

Die HSH Nordbank stellte ihren Jahres- und Quartalsabschluss vor.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg/Kiel. Es ist seine letzte Bilanzvorstellung nach dreieinhalb Jahren als Vorstandschef. Doch Wehmut dürfte bei Constantin von Oesterreich (63) kaum aufkommen. „Keine Frage, gerade das vergangene Jahr war extrem herausfordernd.“ Stresstest, EU-Verfahren und immer die Ratingagenturen im Nacken. Da lässt sich von Oesterreich zu einem martialischen Vergleich hinreißen: Das Management habe „im Schützengraben“ um die Zukunft der Bank kämpfen müssen. Mit Erfolg? Das muss sich erst noch zeigen. Als Ausgleich für die Strapazen bekommt von Oesterreich sein Jahressalär von 500000 Euro bis zum Auslaufen seines Vertrages (2018) weiter bezahlt.

Ab diesem Freitag hat Stefan Ermisch (50) das Ruder in der Hand. Der smarte Sanierer und Finanzexperte soll die wankende Bank in eine neue Zukunft führen. Und die bedeutet: Problemkredite in Milliardenhöhe abstoßen, Kosten senken, Personal abbauen und dank einer Milliardenentlastung durch die Länder bis Ende Februar 2018 einen Käufer finden – so wie es die Vereinbarung mit der EU-Kommission vorschreibt.

Ermisch übernimmt den größten Anteil

Und so hat bei der Bilanzvorlage an diesem Donnerstag in Hamburg Ermisch den mit Abstand größeren Wortanteil. Eine seiner Botschaften: Die mit der EU vereinbarte Lösung ermögliche endlich einen unverstellten Blick auf die Ertragskraft der HSH-Kernbank: „Die Wertschöpfungsstruktur wird sichtbar und die Kernbank steht absolut zukunftsfähig da.“ Mit einem Ergebnis von annähernd 400 Millionen Euro habe dieser gesunde Teil der Bank eine Performance abgeliefert, die sich durchaus sehen lassen könne.

Zur Erinnerung: Die EU-Kommission hatte im März endgültig eine Erhöhung der Ländergarantien für die HSH Nordbank auf zehn Milliarden Euro genehmigt, im Gegenzug aber den Verkauf des Instituts bis 2018 durchgesetzt. Die Länder dürfen für eine Übergangszeit von vier Jahren noch maximal 25 Prozent behalten.

Die Bank leidet unter den schwachen Schifffahrtsmärkten und weiteren Altlasten aus der Vergangenheit. In einem ersten Schritt überträgt bereits sie zum Ende dieses Monats faule Schiffskredite in Höhe von fünf Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein und ist damit zum Teil entlastet. „Wir sind dann nicht mehr der größte Schiffsfinanzierer der Welt“, sagt Ermisch. Wenn man sich jedoch die Entwicklung der Charterraten ansieht, dann ahnt man, dass diese Feststellung aus Sicht eines Bankers keineswegs Grund zum Grämen ist.

Alle Meilensteine für Verkauf erfolgreich

Ermisch betont, dass bislang alle Meilensteine für einen Verkauf erfolgreich abgehakt werden konnten. Die heiße Phase für den Verkauf beginnt im kommenden Jahr, wenn eine transparente Bilanz für 2016 vorliegt. In den Vorjahren hatte die Garantie der Länder mit ihren komplexen Brutto- und Nettoeffekten und hohen Zahlungsverpflichtungen für die Bank das Ergebnis regelmäßig verzerrt. Ermisch betrachtet den Verkauf der Bank trotz seines optimistischen Grundtons als Herausforderung. „Wir sehen schon, dass der deutsche Bankenmarkt in einer besonderen Verfassung ist“, sagte er. Deutsche Institute gelten im internationalen Vergleich als sehr margenschwach. Sollte der Verkauf nicht gelingen, müsste die HSH abgewickelt werden.

Wenn es so kommt wie geplant, wird der Käufer der HSH zwei denkbar unterschiedliche Banken übernehmen: Die Kernbank mit einer Bilanzsumme von rund 68 Milliarden Euro und ein Ergebnispotenzial von 200 bis 300 Millionen Euro. Sie vergibt Kredite in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und auch Schifffahrt, wobei das der kleinste Bereich werden soll. Daneben würde ein potenzieller Investor die Abbaubank mit einer Bilanzsumme von 14 Milliarden Euro übernehmen, in der die Altlasten gebündelt sind, allerdings nur noch wenig aus der Schifffahrt. Um einen großen Teil davon dürfen sich dann die Länder kümmern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Kommentar

Die HSH Nordbank hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Konzerngewinn von 450 Millionen Euro abgeschlossen. Hört sich ziemlich gut an. Die HSH Nordbank musste im vergangenen Geschäftsjahr eine Risikovorsorge von mehr als drei Milliarden Euro verkraften. Das hört sich nicht so gut an.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3