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Solide Entwicklung im Kerngeschäft

HSH Nordbank Solide Entwicklung im Kerngeschäft

Nach einer langen Hängepartie ist seit Oktober klar, dass die HSH Nordbank einen Teil ihrer Risiken abgeben darf und verkauft wird. Jetzt legte die Bank neue Quartalszahlen vor, die diese neue Entwicklung noch nicht enthalten. Sie zeigen einen soliden Trend.

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Die HSH Nordbank hat mittlerweile ihren Schwerpunkt in der Immobilienfinanzierung.

Quelle: hfr

Hamburg. Die HSH Nordbank steht vor einer grundlegenden Sanierung und dem Verkauf. Der Vorstand sieht gute Chancen, diesen Weg erfolgreich zu gehen. „Da ist keine Hürde, die nicht zu schaffen ist“, sagte Vorstandschef Constantin von Oesterreich am Freitag in Hamburg. „Die Bank ist lebensfähig, wenn sie bereinigt ist.“ Die Alternative wäre die Abwicklung der Bank, doch gebe es diese Absicht nicht. Am Ende komme es darauf an, die schonendste Lösung für die Länder als Eigentümer und damit für die Steuerzahler zu finden.

Die EU hatte im Oktober ihre Zustimmung gegeben, dass die HSH Nordbank faule Schiffskredite in Höhe von 6,2 Milliarden Euro an die Länder abgibt. „Die Länder garantieren für diese Kredite ohnehin, ihre Vermögensposition verändert sich dadurch nicht“, sagte von Oesterreich. Weitere Kredite über 2 Milliarden Euro sollen auf dem freien Markt verkauft werden, um die Bank zu entlasten. Sie führt gegenwärtig Altlasten in Höhe von gut 15 Milliarden Euro in den Büchern, das sind 23 Prozent des gesamten Forderungsvolumens. Das meiste davon entfällt auf Schiffskredite. Nach der Abgabe der Forderungen würde die Quote der faulen Kredite auf 12 bis 13 Prozent fallen; ein Wert, den die Bankenaufsicht der EZB akzeptiert.

Die Neun-Monats-Zahlen, die von Oesterreich gemeinsam mit Finanzchef Stefan Ermisch am Freitag vorlegte, spiegeln die künftigen Veränderungen noch nicht wider. Das betrifft vor allem die Aufwendungen für die Garantien der Länder, die allein 666 Millionen Euro betrugen und in Zukunft deutlich geringer ausfallen werden. Danach hat die Bank bis Ende September ein Konzernergebnis von 110 Millionen Euro vor Steuern erwirtschaftet, gegenüber 460 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist aber kaum vergleichbar, weil verzerrt durch Sonderfaktoren.

Besseren Aufschluss über die Situation der Bank gibt der Blick auf die operativen Ergebnisse der Kernbank, wo die zukunftsfähigen Bereiche gebündelt sind. Der Gesamtertrag in der Kernbank stieg um sechs Prozent auf 598 Millionen Euro, das operative Ergebnis um 13 Prozent auf 326 Millionen Euro — für Ermisch „ein erstaunlich guter Wert“. Das Neugeschäft reduzierte sich um neun Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, was von Oesterreich auch auf die Unsicherheit bei der Kundschaft vor der EU-Entscheidung zurückführte.

Die HSH Nordbank hat mittlerweile im Neugeschäft ihren Schwerpunkt in der Immobilienfinanzierung; das Firmengeschäft läuft wegen schwacher Nachfrage weniger gut, und bei der Schifffahrt ist die Bank vorsichtig. Im Neugeschäft seit 2001 gibt es kaum Kreditausfälle; sie stammen fast ausschließlich aus früheren Jahren. Im aktuellen laufenden Geschäft erziele die Bank hohe Margen; so sei auch der Zinsüberschuss in der Kernbank kräftig um 12 Prozent gestiegen.

Der Jahresabschluss der Bank wird wegen der Veränderungen ab Oktober ganz anders aussehen als die Quartalszahlen. Der Vorstand rechnet weiterhin mit schwarzen Zahlen. Die Bank hat seit 2008 ihre Bilanzsumme halbiert, mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter abgebaut und die Zahl der Standorte von 21 auf 5 verringert.

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