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Goldener Handschlag für von Oesterreich?

HSH-Vertragsauflösung Goldener Handschlag für von Oesterreich?

Spekulationen über einen goldenen Handschlag für den Chef der HSH Nordbank haben im Landeshaus eine Welle der Empörung ausgelöst. Nach KN-Informationen verhandeln Vorstandschef Constantin von Oesterreich und Aufsichtsrat über die Bedingungen für eine vorzeitige Vertragsauflösung im Juni.

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Auf dem Abgang will er noch möglichst viel herausholen: HSH-Vorstandschef Constantin von Oesterreich.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Kiel. Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, der 62-Jährige habe gegenüber Aufsichtsratschef Thomas Mirow die Vorstellung geäußert, dass er seinen bis Herbst 2017 laufenden Vertrag ausbezahlt bekommt. Bei einem Jahresgehalt von 500000 Euro könnte von Oesterreich also bis zu 750000 Euro Nachschlag erhalten. Inklusive Altersversorgung könnten es sogar bis zu 900000 Euro sein.

Einem solchen Abschiedsgeld müsste das Land zustimmen, das mit Finanzstaatsekretär Philipp Nimmermann im Aufsichtsrat vertreten ist. Damit gerät auch die Finanzministerin in Erklärungsnot. „Ich erwarte von Frau Heinold jetzt, dass sie die Abgeordneten des Landtages umgehend darüber aufklärt, auf welcher Grundlage Herr von Oesterreich die genannten Forderungen erhebt“, sagte CDU-Finanzexperte Tobias Koch. Der HSH-Chef habe selbst um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten: „Vor diesem Hintergrund ist so eine Forderung völlig unverständlich.“

CDU-Finanzexperte äußert Unverständnis

Ein Vergütungsanspruch stehe von Oesterreich rechtlich nicht zu, sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki: „Die Finanzministerin muss verhindern, dass eine entsprechende Idee umgesetzt wird.“ Der politische Schaden wäre ansonsten immens, denn die Bank sei durch Beihilfe zur Steuerhinterziehung, Briefkasten-Firmen und Aktivitäten in Steueroasen ohnehin schon „unangenehm aufgefallen“. Auch Pirat Torge Schmidt schäumt: „Es ist der Wunsch von Oesterreichs, früher zu gehen. Jetzt zu fordern, dass er alle Leistungen seines Vertrages ausgezahlt bekommt, ist unverschämt.“

Ein Skandal laut Steuerzahlerbund

Der Steuerzahlerbund spricht von einem Skandal: Die HSH sei aufgrund jahrelangen Missmanagements heruntergewirtschaftet worden und habe nur dank milliardenschwerer Geldspritzen überleben können: „Sollte nun auch noch Geld für nicht erbrachte Leistung ausgezahlt werden, wäre dies ein Schlag ins Gesicht aller Steuerzahler.“

Weder Bank noch Aufsichtsrat wollten sich offiziell äußern. Auch das Finanzministerium hielt sich bedeckt. Sprecher Eugen Witte: „Aufsichtsrat und Länder beraten zur Zeit über die Aufstellung der Bank im Verkaufsprozess. Wir werden Parlament und Öffentlichkeit informieren, sobald die notwendigen Entscheidungen dazu getroffen wurden.“

Die Krise der HSH Nordbank im Verlauf:

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Constantin von Oesterreich ist kein begnadeter Redner, er ist nicht sehr telegen und agiert in der Öffentlichkeit ein wenig tapsig. Doch der Risiko-Spezialist, der die schwankende HSH Nordbank durch Stresstest und EU-Verfahren manövriert hat, ist das, worauf es in diesem Job ankommt: ein guter Banker.

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