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HaGe investiert in Ölmühle

Kiel HaGe investiert in Ölmühle

Vor zwei Jahren sah es für die Ölmühle im Kieler Nordhafen nicht gut aus. Sie erwirtschaftete rote Zahlen, und die Schließung stand im Raum. Doch inzwischen hat sich das Geschäft so gut entwickelt, dass die Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe/Kiel) die Produktion dort sogar erweitern wird.

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Im Kieler Nordhafen lagert die HaGe Getreide und schlägt es um. Und hier produziert die Ölmühle Rapsöl.

Quelle: Behling

Kiel. Die Ölmühle wird auf dem Gelände am Nord-Ostsee-Kanal, wo sich auch die großen Silos und Umschlagflächen des Unternehmens befinden, von der HaGe-Tochter Raps Ölsaatenverarbeitungs GmbH betrieben. Knapp 40 Mitarbeiter sind dort tätig. In der Mühle wird aus Raps Öl für den Einsatz im Lebensmittelbereich hergestellt und als Beimischung im Kraftstoff. „Wir wollen mit der Ölmühle weg vom Biodiesel und mehr in Richtung Lebensmittel gehen“, erklärte HaGe-Finanzvorstand Ulrik Schlenz am Donnerstag die Strategie. Bereits im vergangenen Jahr habe sich die Mühle gut entwickelt und alle Planziele erreicht. Nun soll in diesem Jahr damit begonnen, das Produktspektrum zu erweitern. So wird eine Fetthärtungsanlage errichtet. Gehärtetes Rapsfett ist derzeit als Beimischung begehrt, um Butter auch gekühlt streichfähig zu erhalten. Die Kapazität der Mühle wird durch die geplanten Investitionen nicht erhöht.

Der HaGe-Konzern, mehrheitlich in Besitz der dänischen Landhandelsgruppe DLG (54,3 Prozent), hat sich unterm Strich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Der Umsatz des Konzerns stieg leicht von 2,8 auf 2,85 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 34,3 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (35,4 Mio.). Allerdings hat die HaGe durch den Verkauf ihre Anteils an der Team AG (Süderbrarup) 2013 außerordentliche Erträge erzielt. Darauf wies Schlenz hin.

Denn nicht in allen Bereichen ist der Vorstand mit der Ertragsentwicklung zufrieden: In der Getreideverwertung und beim Futter standen die Erträge stark unter Druck. Auf die Sparte Getreide, Raps, Hülsenfrüchte entfallen knapp 50 Prozent des Umsatzes, auf Futtermittel 17 Prozent. In beiden Segmenten mache sich ein verstärkter Wettbewerb bemerkbar, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Markus Grimm. Sehr gut verlief hingegen das Geschäft in der Sparte Betriebsmittel Pflanze (Pflanzenschutz, Dünger, Saatgut), in der 34 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, sowie in der Logistiksparte.

Die HaGe ist eines der großen Landhandelsunternehmen Deutschlands und bildet zusammen mit ihrem Mehrheitsgesellschafter DLG und der schwedischen Lantmännen-Gruppe, die 39,1 Prozent der Anteile hält, einen der führenden Agrar- und Ernährungskonzerne Europas mit einem Umsatz von elf Milliarden Euro und 17000 Mitarbeitern, davon 1800 bei der HaGe. Vorstandsvorsitzender ist seit Februar der Däne Carsten Klausen. Die Kooperation zwischen den drei Unternehmen wird derzeit ausgebaut.

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