18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Einbrüche belasten Versicherungen

Hausratpolicen Einbrüche belasten Versicherungen

Organisierte kriminelle Banden schlagen immer häufiger bei Wohnungseinbrüchen im Norden zu. Versicherer wollen deshalb die Beiträge zur Hausratversicherung erhöhen. Innenminister Stefan Studt (SPD) macht das Sicherheitsthema zum Schwerpunkt der Landespolizei und setzt auf besseren Einbruchsschutz.

Voriger Artikel
Flugzeug-Oldtimer feiert 80. Geburtstag
Nächster Artikel
Öffentlicher Dienst: "Jetzt ist Zahltag"

Wer von Tätern heimgesucht wurde, wird die Angst oft lange nicht los. In Schleswig-Holstein nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche 2015 um 12,3 Prozent zu.

Quelle: dpa

Berlin/Kiel. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wirft der Landespolitik dagegen Versäumnisse vor.

 Die Zahlen für 2015 sind alarmierend. Und für die von Einbrüchen betroffenen Menschen bedeuten diese kriminellen Delikte nicht nur Ärger und den Verlust von materiellen Gütern, sondern auch Schock, Ekel sowie das Gefühl von Ohnmacht, wenn Einbrecher in Wohnungen eindringen, stehlen und die Einrichtung verwüsten. Bundesweit hat die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vorjahr um zehn Prozent auf 167000 zugenommen. In Schleswig-Holstein nahmen diese Delikte sogar um 12,3 Prozent gegenüber 2014 zu. Es wurden 8456 gegenüber 7529 Fälle angezeigt. Der Kieler Innenminister Stefan Studt sagte: „Diese Entwicklung bereitet mir Sorge. Es darf nicht sein, dass sich die Menschen in den eigenen vier Wänden nicht sicher fühlen können. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität ist ein ausgewiesener Arbeitsschwerpunkt der Landespolizei.“ Zuletzt seien mehrere Täterbanden gefasst worden.

 Doch allein die Hausratversicherungen der von Einbrüchen Betroffenen mussten 2015 bundesweit eine halbe Milliarde Euro zur Regulierung der Schäden aufwenden. Hinzu kommen immense Schäden, etwa an Türen und Fenstern, die über die Gebäudeversicherung reguliert werden. Norbert Rollinger, Chef des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV), sagte, dass die Regulierung von Schäden im Rahmen der Hausratversicherung seit dem Jahr 2010 bundesweit um 150 Millionen Euro gestiegen sei. Und dies bei einem durchschnittlichen Beitrag für die Hausratversicherung von nur rund 100 Euro. Ohne den einzelnen Versicherern vorgreifen zu wollen, bedeutet dies im Klartext: Auf die Versicherungskunden kommen höhere Versicherungsprämien zu. Angesichts der derzeit niedrigen Beiträge hält Rollinger Rabatte für den Einbau besonders einbruchhemmender Fenster und Türen für kaum möglich.

 Studt forderte die Bürger auf, durch besseren Schutz an Fenstern und Türen selbst mehr zur Verhütung von Einbrüchen zu tun. Es gibt dazu Förderprogramme, etwa der KfW-Bank. Außerdem regte der SPD-Minister an, „über die Landesbauordnung zusätzliche Regelungsmöglichkeiten“ für die Prävention zu schaffen. GdP-Chef Oliver Malchow, früher Kieler Kripo-Chef, verwies darauf, dass die Täter vor allem internationale Banden seien, die die offenen Grenzen nutzten. Bei ihnen herrsche Arbeitsteilung: Die Wohnungen würden vorher observiert. Andere Bandenmitglieder verübten die Einbrüche, wieder andere übernähmen den Transport und Verkauf des Diebesgutes. „Sie reisen ein, begehen Einbrüche und sind gleich wieder weg“, erklärte Malchow. Das mache die Arbeit der Polizei so schwierig. Zugleich gebe es zu wenige Ermittler, die zu wenig Zeit hätten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3