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Fracking-Öl machte der Raffinerie zu schaffen

Heide Fracking-Öl machte der Raffinerie zu schaffen

Für die Mineralölbranche war 2014 ein schwieriges Jahr. Auch die Raffinerie Heide stand stark unter Druck, vor allem im ersten Halbjahr. In diesem Jahr allerdings entwickelt sich das Geschäft besser, berichtete Geschäftsführer Thomas Gerber am Mittwochabend beim Raffineriegespräch in Heide.

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Fast schon eine Stadt für sich: Mit Erlösen von rund 2,7 Milliarden Euro im Jahr ist die Raffinerie Heide das umsatzstärkste Industrieunternehmen Schleswig-Holsteins.

Quelle: Sarah Thiers

Heide. Die Raffinerie Heide war, gemessen am Umsatz, auch 2014 Schleswig-Holsteins größtes Industrieunternehmen. Mit knapp 2,7 Milliarden Euro blieb das Unternehmen 2014 leicht unter dem Vorjahresergebnis (2,9 Mrd.), aber weiterhin vor der Lübecker Drägerwerk AG (2,4 Milliarden). Die 500 Mitarbeiter in Hemmingstedt verarbeiteten 4,5 Millionen Tonnen Rohöl, davon rund 25 Prozent aus dem Ölfeld Mittelplate in der Nordsee, zu Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff sowie zu Produkten für die chemische Industrie wie etwa Ethylen und Propylen).

 Mit diesen Ergebnissen sind Thomas Gerber und sein Co-Geschäftsführer Jürgen Wollschläger durchaus zufrieden. Allerdings sei vor allem die erste Hälfte des vergangenen Jahres durch ein „schlechtes Margenumfeld“ bestimmt gewesen, die Gewinne standen unter Druck, zeitweise wurden sogar rote Zahlen geschrieben. So sei der Ölmarkt unter anderem dadurch bestimmt gewesen, dass US-Raffinerien, die sich günstig mit heimischen Fracking-Öl eindecken konnten, Benzin und andere Ölprodukte unter anderem auf dem europäischen Markt verkauft haben. Vor dem groß angelegten Erschließen ihrer Ölvorkommen durch das Fracking waren die USA immer ein Importeur von Benzin gewesen. Doch in der zweiten Jahreshälfte lief das Geschäft wieder besser für die Raffinerie Heide, so dass Gerber von einem insgesamt noch zufriedenstellenden Ergebnis spricht.

 Und dieser Trend hat sich auch im neuen Jahr gehalten, „die Margen sind gestiegen“, berichtete Gerber. Und das Unternehmen arbeitet daran, seine Position am Markt weiter zu verbessern: Man werde den Anteil der höherwertigen Mineralölprodukte weiter erhöhen, solche Produkte also, bei denen größere Gewinnspannen möglich sind. Darüber hinaus will die Raffinerie Heide ihre Kosten weiter reduzieren. So sei es im vergangenen Jahr gelungen, die Energieeffizienz um zehn Prozent zu steigern, im laufenden Jahr sollten auf diesem Feld weitere Verbesserungen möglich sein, kündigte Wollschläger an.

 Die Investitionen waren 2014 mit mehr als 32 Millionen Euro relativ hoch. Die Mittel flossen in Instandhaltung und Erneuerung der Anlagen, aber auch in die Verbesserung der Leistungsfähigkeit. In diesem Jahr werden die 32 Millionen Euro deutlich übertroffen, denn es stehen zwei geplante Stillstände für Prüf-, Wartungs- und Erneuerungsarbeiten an. Während dieser Phasen werden insgesamt 2000 Mitarbeiter von 40 Fremdfirmen auf dem Raffinerie-Gelände tätig sein.

 Die Raffinerie geht zurück auf die Anfang der 20er-Jahre gegründeten Holsteinischen Erdölwerke. Sie gehörte dann ab 1967 dem US-Konzern Texaco, dessen deutsche Aktivitäten 1988 RWE übernahm. Das Unternehmen firmierte dann als RWE Dea, 2004 übernahm Shell den Betrieb und verkaufte ihn 2010 an die mittelständische Klesch-Gruppe (Genf).

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