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Gegen die tödlichen Viren

Hightech aus Elmshorn Gegen die tödlichen Viren

Wenn tödliche Ebola-Viren im Spiel sind oder Menschen mit gefährlichen Chemikalien umgehen müssen, spielt Hightech aus Elmshorn eine schützende Rolle: Sicherheitswerkbänke des Mittelständlers Berner gehören nämlich zu den weltweit führenden Produkten für Apotheken, Forschungseinrichtungen und Kliniken.

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Preisgekrönt: In der Berner-Box können Apotheker oder Forscher gefahrlos giftige Stoffe bearbeiten. Die Entwicklung der Elmshorner Firma hat dafür einen Design-Award bekommen, was die Geschäftsführer Thomas Hinrichs (links) und Malte Schneider freut.

Quelle: Joachim Welding

Elmshorn. Die neueste Entwicklung hat den German Design Award erhalten. „Das Tropeninstitut in Hamburg verwendet unsere Werkbänke ebenso wie das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit – darauf sind wir schon ein bisschen stolz, denn dieses Niveau ist die Königsklasse“, berichtet Geschäftsführer und Mitinhaber Thomas Hinrichs, der mit Malte Schneider das 1982 gegründete Unternehmen führt.

 In großem Stil arbeiten vor allem Krankenhäuser und Apotheken mit den aufwändig gebauten Werkbänken: „Mit ihnen werden Zytostatika hergestellt, die bei der Chemotherapie gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden. Sie müssen für jeden Patienten individuell zubereitet werden, doch bei ihrer Arbeit dürfen die Labormitarbeiter gefährliche Stoffe weder einatmen noch auf die Haut bekommen. Das gewährleisten wir mit unseren patentierten Technologien, die in die Werkbänke integriert sind“, erläutert Schneider.

 Am Stammsitz in Elmshorn forschen die Entwickler ständig an neuen Lösungen, meist laufen vier bis fünf teilweise vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Forschungsprojekte gleichzeitig. „Wir nennen unsere Firmenphilosophie ‚Innovation durch Forschung‘: In unserem Forschungslabor kümmern sich vier Spezialisten um eigene Projekte oder Kooperationen mit Hochschulen und Instituten“, sagt Ingenieur Hinrichs. Bei der Forschung gehe es beispielsweise um die Optimierung von Partikelfiltern oder um die Frage, inwieweit die Bewegung von Menschen im Labor die wichtige Schutzfunktion von Sicherheitswerkbänken beeinträchtigt.

 In der Fertigung setzen Monteure rund 500 Sicherheitswerkbänke pro Jahr genau nach Kundenwunsch zusammen. Einen Großteil der Teile liefern Firmen aus Norddeutschland zu, um den hohen Anspruch an die Produktqualität „Made in Germany“ zu gewährleisten, erklärt Schneider. „Dank kurzer Wege zu unseren Zulieferern können wir Optimierungen schneller umsetzen, als wenn Teile aus anderen Ländern angeliefert werden.“ Die Kunden seien schließlich bereit für den „Mercedes“ der Branche angemessen mehr zu bezahlen. Der Lohn der jahrzehntelangen Entwicklungsarbeit: „Sicherheitsbänke werden von Apothekern ganz allgemein als „Berner-Box“ bezeichnet. Wenn das kein schönes Lob ist“, sagt Schneider.

 Freuen konnten sich die 85 Berner-Mitarbeiter auch über die weltweit erste Design-Auszeichnung für eine Sicherheitswerkbank – den reddot German Design Award 2013 und German Design Award 2015. „Mit einem gefälligen Äußeren und ganz neuen Technologien setzt das Modell Claire Maßstäbe: Dazu gehören ein patentiertes Sensorsystem zur Detektierung von zu schneller Bewegung, eine sensorgesteuerte Auto-On-Off-Technik zur Reduzierung des Stromverbrauchs, ein intuitiv bedienbares Touchdisplay und ein neues LED-Warnsystem“, erläutert Thomas Hinrichs.

 Das Herzstück bei Berner bilden zwar die Sicherheitswerkbänke, doch weitere Standbeine sichern das stetige Wachstum des Mittelständlers: Dazu gehören die Fertigung und der weltweite Vertrieb von persönlicher Schutzausrüstung wie Pandemie-Sets, Schutzhandschuhen und -kleidung, die Herstellung von Isolatoren für Medizin und Forschung sowie der Service für Geräte und Reinräume und die Personalschulung. So kommt es, dass der Elmshorner Premium-Hersteller auf allen fünf Kontinenten längst ein Begriff ist – weit über die „Berner-Box“ hinaus.

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