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Mit Scuddys auf der Überholspur

Höhle der Löwen Mit Scuddys auf der Überholspur

Riesenfreude bei Tim Ascheberg (35) und Jörn Jacobi (33): Die Kieler Erfinder des schnellen Faltrollers mit dem Namen Scuddy haben in der am Dienstag ausgestrahlten zehnten Folge der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ auf ganzer Linie überzeugt.

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Frank Thelen hatte seinen Spaß, stieg aber nicht ein: Jörn Jacobi (li.) und Tim Ascheberg mit einem der „Löwen“.

Quelle: VOX/Bernd-Michael Maurer

Kiel. Die Jury-Mitglieder und Unternehmer Jochen Schweizer und Ralf Dümmel, Chef des Stapelfelder Handelsunternehmen DS Produkte, übernehmen 25,1 Prozent der Firmenanteile und legen zudem noch einmal 100000 Euro Entwicklungskapital obendrauf.

 Und weil die Sendung bereits am 16. März aufgezeichnet wurde, der Deal in der Sendung bereits stand und in den vergangenen Monaten zum Teil auch schon umgesetzt wurde, spüren die Kieler bereits jetzt einen gewaltigen Schub: „So ein Wachstum hätten wir sonst nicht in zwei Leben geschafft“, sagt Ascheberg. Ein Teil des Wachstums beschert dem Start-up, das ihren patentierten Elektro-Roller seit 2013 mit stetig steigendem Erfolg verkauft, eine neue Produktlinie: Der Scuddy light kostet mit 999 Euro nur einen Bruchteil von ihrem komplett in Kiel hergestellten Hightech-Roller, soll aber ebenfalls enormen Fahrspaß bieten. „Diese in China hergestellte Version sehen wir als Einstiegsdroge in die Scuddy-Welt, damit wollen wir nun auch den Massenmarkt erobern“, sagt Jacobi. Gelingen soll dies über neue Vertriebskanäle, die den Kielern von den Investoren Dümmel und Schweizer geöffnet werden.

Jahresumsatz steigt

 Dabei haben die Scuddy-Erfinder nach absolviertem Maschinenbau- und BWL-Studium in Kiel bereits seit Längerem einen Namen: Insbesondere Camper, Tempojunkies und Vernunftfahrer, die die Mobilität mit dem dreirädrigen Hightech-Flitzer (Preis ab 4500 Euro) schätzen, sind ihre Kunden. „Der jüngste Fahrer ist derzeit 16, der älteste 86 Jahre“, sagt Ascheberg.

 Seit 2013 ist der Jahresumsatz der Firma von 112000 auf jetzt mehr als 400000 Euro gestiegen; vier Mitarbeiter unterstützen die Firmengründer in der nur 84 Quadratmeter großen Fertigungshalle in einem Kieler Hinterhof. „Uns ging es bei der Teilnahme an der Vox-Sendung deshalb auch nicht darum, Geld zu bekommen. Entscheidend ist ein Netzwerk, um auch internationale Märkte erobern zu können“, sagt Ascheberg. Der Einstieg von Dümmel und Schweizer sei deshalb ein Volltreffer: „Aus einem Muffin ist jetzt eine Torte geworden – und eine dreiviertel Torte ist doch viel besser als ein kleiner Muffin.“

Premium-Roller soll entwickelt werden

 Jetzt, sagen die beiden Scuddy-Erfinder, könne weitere Entwicklungsarbeit in die Premium-Roller fließen. Zum Beispiel in eine bis zu 45 Stundenkilometer schnelle Rennversion mit stärkeren Akkus, Roller für Kinder, fürs Gelände oder den Golfplatz – „wir haben noch so viele Ideen“, sagt Ascheberg. Das Ziel sei nun, „gesund zu wachsen“, weitere Märkte zu erschließen. „Und wenn wir hier aus allen Nähten platzen sollten, suchen wir uns in Kiel einen anderen Standort. Das ist aber noch Zukunftsmusik“, sagt Jacobi.

 Seit 1999 sind die beiden gebürtigen Norderstedter befreundet – und diese Freundschaft ist dem „Projektleistungssportler“ (Jacobi über Ascheberg) und dem „Techniknerd“ (Ascheberg über Jacobi) wichtiger als der schnelle Erfolg: „Wir sind nicht die Gewinnoptimierer, sondern haben bei Vox nur die Angel ausgeworfen. Der Köder hat wohl geschmeckt.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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