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Windkraft bietet noch viele Chancen

Husum Windkraft bietet noch viele Chancen

Weiter, immer weiter: Auch die Windkraftbranche kann sich der Wachstumslogik nicht entziehen. Auf der Husum Wind wird das ganz besonders deutlich. Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet noch vielfältige Chancen. Und die Unternehmen treiben mit neuen Produkten und Dienstleistungen das Wachstum voran.

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Blick in das Getriebe einer Windkraftanlage der Siemens-Tochter Winergy: Noch bis Freitag präsentieren mehr als 600 Aussteller in Husum Produkte und Dienstleistungen.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Husum. Große Anlagenhersteller wie Siemens, Nordex, Vestas, Enercon oder Senvion (früher Repower) stellen sich darauf ein, dass Windkraftanlagen verstärkt auch auf weniger günstigen Standorten geplant werden. Schwachwindanlagen sollen den Wind im Binnenland besser einfangen und auch dort eine wirtschaftliche Stromerzeugung ermöglichen. Senvion (Hamburg), mit drei Standorten (Husum, Osterrönfeld, Büdelsdorf) in Schleswig-Holstein vertreten, präsentiert eine neue Anlage für bewaldete und gebirgige Gebiete mit besonders langen (68 Meter) Rotorblättern, die zudem schalloptimiert seien, wie Senvion-Chef Andreas Nauen erklärt.

 Damit nimmt das Unternehmen ein Thema auf, das derzeit in der Branche intensiv diskutiert wird: Wie kann die Akzeptanz der Windenergie in der Bevölkerung weiter hoch bleiben, wenn sie sich über ganz Deutschland ausbreitet? Daher ist es das Ziel, mögliche Belästigungen – zum Beispiel durch Lärm – zu vermeiden. „Windenergie ist konkurrenzfähig, überall in Deutschland“, sagt Andreas Nauen. Ab 2018 sollen diese neu entwickelten Anlagen in die Serienfertigung gehen.

 Konkurrent Siemens startet die Produktion seiner neuen Schwachwindanlage bereits 2017. Wenige Wochen vor der Messe hatte der Konzern mit seiner Entscheidung zum Bau einer neuen Fabrik für Offshore-Windkraftanlagen demonstriert, welche Chancen er sieht. 1000 neue Arbeitsplätze werden an der Elbe entstehen. Auch Brunsbüttel habe Siemens als möglichen Standort geprüft, ist auf der Messe zu erfahren. Bestätigen will das am Siemens-Stand niemand. Aber in Cuxhaven sei der Standort schon sehr weit entwickelt gewesen. „Das war uns sehr wichtig, daher die Entscheidung“, erklärt Markus Tacke, Chef der Windkraft-Sparte bei Siemens.

 Wachstumschancen sehen auch kleinere Firmen. Die GP Joule GmbH aus Reußenköge (Nordfriesland) ist im Bereich Solarenergie und Biogas aktiv und hat vor vier Jahren die H-Tec Systems GmbH in Lübeck übernommen. H-Tec arbeitet schon seit Jahren daran, mit dem Strom aus Windkraft Wasserstoff herzustellen, um diesen dann als Energiespeicher oder Treibstoff für Fahrzeuge einzusetzen. Man habe dafür eine kleine Anlage entwickelt, die gut geeignet sei, um dezentral – und nicht zentral im großen Maßstab – Wasserstoff zu erzeugen. „Wir wollen mehr aus unserem Strom machen; ihn nicht nur abliefern“, sagt Geschäftsführer Ove Petersen.

 Chancen bieten sich aber auch für Firmen, die direkt gar nichts mit Windkraft oder erneuerbaren Energien zu tun haben. Das Kieler Software-Haus Aurelio beispielsweise ist seit 1992 auf kaufmännische Software spezialisiert. Zufällig ergaben sich Kontakte zur Windkraftbranche und Geschäftsführer Rolf Richter erkannte ein neues Geschäftsfeld. Denn Windpark-Betreiber kommen mit Standardsoftware nicht weit: Sie müssen mit Hilfe ihrer IT auch Pachten, Verträge und Liegenschaften verwalten, Projekte planen und steuern – und das oft mit großer Bürgerbeteiligung. Zudem müssen sie Erlöse unter oft vielen Gesellschaftern eines Windparks abrechnen und die Anlagen im Blick behalten. In drei Jahren entwickelte das Aurelio-Team die Software Energiepark-Manager. Aurelio wächst und hat durch das neue Produkt nun Kunden in ganz Deutschland.

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