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Goldgrube Kanalinspektionen

IBAK Kiel Goldgrube Kanalinspektionen

Wer Abwasser-Kanalrohre inspizieren will, der kommt an einem Kieler Unternehmen kaum vorbei: IBAK stellt Kanalinspektionssysteme her und ist Marktführer – weltweit, nicht nur in Deutschland. Und das Unternehmen baut seine Position derzeit weiter aus.

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Auch die Fahrwagen stellt IBAK selbst her. Sie werden mit Kameratechnik, Elektromotor und Rädern ausgerüstet und sind dann bereit für den Einsatz in Abwasserrohren.

Quelle: Patrick Nawe

Kiel. Die Nachfrage ist so groß, dass Firmenchef Werner Hunger nun den Standort in Kiel-Wellingdorf ausbaut.

 Die Zahlen zeigen anschaulich, wie stark die Nachfrage nach den Produkten angezogen ist. Der Umsatz lag Anfang November schon bei 42 Millionen Euro und damit um fast zehn Millionen über dem Niveau des Vorjahres. Mit 15,3 Millionen Euro ist der Auftragsbestand mehr als doppelt so hoch wie vor zwölf Monaten. Und für das gesamte Jahr rechnet Hunger nun mit rund 49 Millionen Euro Umsatz statt der geplanten 47 Millionen. „Es glüht. Wir fahren Überstunden, aber das reicht nicht“, sagt Werner Hunger, dessen Vater Helmut das Unternehmen vor 70 Jahren gegründet hat. Es ist vor allem die Nachfrage aus dem Ausland, und da besonders aus den USA, die das starke Wachstum trägt. Auch Aus–tralien, wo IBAK seit dem vergangenen Jahr mit einem Firmensitz vertreten ist, entwickelt sich überdurchschnittlich stark. In Deutschland und auf vielen europäischen Märkten ist der Geschäftsverlauf stabil bis leicht wachsend.

 Die USA sind schon seit längerem der wichtigste Exportmarkt und haben derzeit einen Anteil von 48 Prozent am gesamten Auslandsgeschäft. Doch seit dem vergangenen Jahr hat das Geschäft dort nochmals stark angezogen, der Umsatz stieg von 7,8 Millionen Euro im gesamten Jahr 2014 auf mehr als zehn Millionen Euro bis Anfang November 2015. Bis Jahresende dürften es so um die elf bis zwölf Millionen Euro werden. IBAK arbeitet dort mit einem Generalimporteur zusammen. Und der hat angekündigt, im nächsten Jahr das Geschäft noch einmal verdoppeln zu wollen. Denn bei der Sanierung und der Inspektion ihrer Abwasserkanäle haben Städte und Gemeinden, aber auch Unternehmen in den USA im Vergleich zu Europa großen Nachholbedarf.

 Weil die Nachfrage so sprunghaft angestiegen ist, muss das Werk am Wehdenweg in Wellingdorf, in direkter Nachbarschaft zu Coop gelegen, nun dringend erweitert werden. Doch es ist nicht nur mangelnder Platz, der zurzeit das Wachstum des Unternehmens begrenzt. Es gibt laut Hunger noch ein zweites Problem: Fachkräfte für die Entwicklung und Produktion der technologisch anspruchsvollen Kanalinspektionssysteme zu gewinnen. Die Systeme enthalten nämlich sehr viel komplizierte Mechanik, Elektronik, empfindliche Optik und Software. Und davon wird fast alles in Wellingdorf hergestellt – von Auftragsvergaben an Fremdfirmen halten Hunger und sein technischer Leiter Manfred Weber wenig: zu teuer, zu ungenau und zu wenig flexibel – so ihr Urteil. Doch es werde zunehmend schwieriger, die Fachkräfte zu finden, sagt Hunger.

 Seit zehn Jahren steigt die Zahl der Mitarbeiter Jahr für Jahr stark an, derzeit sind es mehr als 300. IBAK bildet selbst aus. Aber das reicht nicht. Denn mancher frisch ausgebildete Facharbeiter verlässt das Unternehmen wieder, um noch zu studieren. IBAK setzt auch stark auf Automatisierung; stößt dabei aber an Grenzen: Viele Teile können nur per Hand montiert werden. „Das alles stellt uns vor enorme Herausforderungen“, sagt Werner Hunger. Doch er ist zuversichtlich, dass die zu bewältigen sind – und dass das Unternehmen auch in 30 Jahren „noch in Familienhand und die Nummer 1 in seinem Segment ist“.

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