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"Kleinen bei der Digitalisierung helfen"

Bündnis für Industrie "Kleinen bei der Digitalisierung helfen"

Das "Bündnis für Industrie" hat am Freitag 29 Handlungsempfehlungen zur Stärkung des industriepolitischen Standortes Schleswig-Holstein vorgestellt.

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Die Industrie im Land soll gestärkt werden.

Quelle: Oliver Berg

Kiel. Es war sicherlich nicht der beste Termin, um ein Signal für eine starke Industriepolitik in Schleswig-Holstein zu setzen, nachdem Anfang der Woche der Windradbauer Senvion angekündigt hatte, seinen Standort in Husum zu schließen. Dennoch kamen am Freitag 260 Teilnehmer zum industriepolitischen Kongress in die Halle 400 in Kiel, um über die Weiterentwicklung der Industriepolitik im Land zu sprechen.

Als große Chance und Standortvorteil bezeichnete Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) die Vorreiterrolle Schleswig-Holsteins als Energiewendeland. "Wir dürfen aber nicht nur sauberen Strom produzieren und exportieren, sondern müssen auch Wertschöpfung daraus ziehen", so Meyer.

Das Land müsse die Entwicklung und Produktion von Speicher- und Dekarbonisierungstechnologien forcieren, heißt es unter anderem in den Handlungsempfehlungen, die fünf Arbeitsgruppen erarbeitet hatten. Im November 2015 ging das "Bündnis für Industrie" mit dem Ziel an den Start, die Bedeutung von Industrie in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stärker ins Bewusstsein zu rücken. Im Mittelpunkt der Empfehlungen stehen neben Energie die Arbeitsfelder maritime Wirtschaft, Fachkräfte, Marketing und Digitalisierung.

Im Bereich Digitalisierung sei es wichtig, kleine Unternehmen zu unterstützen, betonte Meinhard Geiken von der IG Metall Küste. Außerdem müssten Berufsschulen "Lernorte der Zukunft werden".

Laut Michael Thomas Fröhlich vom Unternehmerverband Nord gibt es in Schleswig-Holstein "enormen Nachholbedarf", was die Akzeptanz und Wertschätzung für Industrie betreffe. Das Land müsse signalisieren, dass Unternehmen und Wachstum willkommen seien - zum Beispiel durch eine gute Infrastruktur. Zugleich sei die Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg wichtig. "Wir haben das, was Hamburg nicht hat - freie gewerbliche Flächen."

Das produzierende Gewerbe trägt laut Wirtschaftsministerium derzeit mit elf Milliarden Euro Jahresumsatz gut 15 Prozent zur Wertschöpfung in Schleswig-Holstein bei.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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